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Karl-von-Frisch-Preis 2017 an Sofie Schaffranek

Die Abiturientin Sofie Schaffranek wurde in diesem Jahr für ihre besonderen Leistungen im Fach Biologie mit dem Karl-von-Frisch-Preis ausgezeichnet. Hier folgt ihr Bericht von der Preisverleihung am 10.06.2017 in Marburg:

Sehr geehrt fühlte ich mich, als meine Biologielehrerin Frau Dr. Alfonso mir letzten Monat mitteilte, dass Sie mich für den diesjährigen Karl-von-Frisch-Preis nominiert hatte. Dabei handelt es sich um eine Auszeichnung des Landesverband Hessen des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO e. V.) für die hessenweit besten Abiturienten im Fach Biologie.

Nachdem ich eine offizielle Einladung erhalten hatte, machte ich mich gemeinsam mit meiner Familie am 10. Juni auf den Weg in das Institut für Pharmazeutische Chemie der Philipps-Universität Marburg, um an der offiziellen Preisverleihung teilzunehmen.

Die Veranstaltung begann am Vormittag mit der Begrüßung der Teilnehmer durch den Vizepräsident der Uni Marburg, Prof. Joachim Schachtner und den Vorsitzenden des VBIO Landesverbandes Hessen, Prof. Wolfgang Nellen. Darauf folgte das Vormittagsprogramm mit vielen interessanten wissenschaftlichen Vorträgen, welche mir besonders gut gefielen, da sie von aktuellen Themen in der Biologie handelten. Zunächst wurde den Teilnehmern Ergebnisse auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung nähergebracht, welche sich mit dem Einsatz von induzierten pluripotenten Stammzellen beschäftigen. Durch die „Reprogrammierung“ einer bereits spezifischen somatischen Zelle in ein embryonales Stadium und erneute Ausdifferenzierung kann z.B. eine Hautzelle in eine Nervenzelle umgewandelt werden. Diese kann anschließend für die Alzheimer-Forschung angewendet werden, ohne dass es ethische Bedenken gibt, weil nicht die Stammzellen eines Embryos verwendet werden müssen.

Es folgte der Vortrag eines diesjährigen Karl-von-Frisch-Preisträgers zum Thema CRISPR/Cas, welches eigentlich ein Abwehrmechanismus von Bakterien gegen Viren ist und heutzutage eine molekularbiologische Methode bezeichnet, um DNA gezielt zu schneiden und zu verändern. Angewendet könnte diese Methode im Kampf gegen Krankheiten wie AIDS, Krebs oder in der Pflanzenzüchtung, damit die Resistenzeigenschaft einer Pflanze gegenüber Krankheiten angepasst werden kann. Durch das Entfernen, Einfügen und Verändern der DNA besteht sogar die Möglichkeit, Babys mit bestimmten Eigenschaften zu designen, was allerdings kontrovers diskutiert wird.

Darüber hinaus wurde uns in einem weiteren Vortrag die Welt der Nukleinsäure RNA vorgestellt.

Neben den vielen besonders lehrreichen Fachvorträgen erhielten wir durch eine ehemalige Karl-von-Frisch-Preisträgerin der TU Darmstadt auch einen Einblick in das biowissenschaftliche Studium und darüber hinaus, was mir persönlich sehr gut gefiel, da sie uns viele persönliche Erfahrungen über den Weg ins Studium und zum Traumberuf näherbrachte.

Nach der Mittagspause wurden die diesjährigen Karl-von-Frisch-Preisträger in unterschiedliche Gruppen für Führungen eingeteilt, wobei ich die Labore der Hartmann AG besichtigen durfte, die sich direkt auf dem Unigelände der Pharmazeutischen Chemie befinden. Hier kamen mir bereits viele Dinge, von der Gelelektrophoresenapparatur bis hin zum Thermocycler für die Polymerase-Kettenreaktion, durch den Schulunterricht bekannt vor.

Nach einem amüsanten Fachvortrag eines Science Slammers aus dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt über die Vielfalt der Reptilien ging es endlich zum spannendsten Teil der Veranstaltung über, nämlich der eigentlichen Preisverleihung.

Die 66 besten hessischen Abiturienten 2017 im Fach Biologie wurden nun für ihre Leistungen geehrt und bekamen die Urkunden vom Oberbürgermeister der Stadt Marburg, Dr. Thomas Spies und dem Amtsleiter des Staatlichen Schulamtes Marburg, Arno Bernhardt, überreicht. Dieser Moment war für alle Abiturienten und auch für mich ein sehr besonderer und ein schöner Abschluss der Veranstaltung.

Rückblickend betrachtet hat sich die Karl-von-Frisch-Preisverleihung sehr gelohnt, denn ich war sehr erstaunt darüber, wie viel von meinem eigenen Schulwissen ich auf die Fachvorträge anwenden konnte und mit dem abwechslungsreichen Programm wurde der Tag sehr interessant gestaltet.

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