Gymnasium
seit 1845

Schulentwicklung

  1. Stellungnahme der GBS zum Schulentwicklungsplan
  2. Stellungnahme der Direktoren-AG zum Schulentwicklungsplan

Stellungnahme der Gutenbergschule
zum Entwurf des Schulentwicklungsplans

  1. Die Gutenbergschule unterstützt die Darlegungen der Direktoren-AG vom 27.02.2002
  2. Die Gutenbergschule ist seit Jahrzehnten ein fünfzügiges Gymnasium, das eine breit gefächerte und ausgewogene schulische Ausbildung mit einer Vielzahl besonderer Angebote ermöglicht.Hierzu gehören u.a.:
  • der deutsch-französisch bilinguale Zug,
  • die alternative Fremdsprachenfolge mit Englisch bzw. Französisch als erster Fremdsprache,die Musikförderung (Chor, Orchester, Schulband) und
  • die Sportförderung (Sportklasse, Sportförderprojekte Tennis und Judo, Schulsportzentrum Wiesbaden).

Die Fünfzügigkeit soll nach dem Schulprogramm unserer Schule beibehalten, die jetzige Unterrichtsarbeit fortgeführt und weiterentwickelt werden.
Bei einer Vierzügigkeit unserer Schule wäre bei zwei verbleibenden Französischklassen der deutsch-französisch bilinguale Zug gefährdet und der vom Hessischen Kultusministerium mehrfach an die Schule herangebrachte Wunsch auf Durchführung des französischen Baccalaureats nicht umsetzbar.

  1. Die Gutenbergschule hatte in den letzten sechs Jahren durchschnittlich 208 Anmeldungen für die Jahrgangsstufe 5, fast ausschließlich von Wiesbadener Eltern.Sie lag somit weit vor allen anderen Gymnasien.

    Eine Verringerung auf Vierzügigkeit würde somit dem Wahlverhalten von annähernd 90 Wiesbadener Eltern widersprechen.

  2. Ein Vergleich der im Entwurf des Schulentwicklungsplans aufgeführten Raumangaben für die einzelnen Gymnasien zeigt: die Raumsituation der Gutenbergschule ist mit Abstand die schlechteste unter allen Wiesbadener Gymnasien und das, obwohl die Schule die höchste Schülerzahl besitzt.Diese Tatsache unterstützt die seit langem vorgebrachten Forderungen der Schule nach Ausweitung ihrer Raumkapazitäten.

    Folgendes ist festzuhalten (Auszug aus unserer Bestandsaufnahme zum Schulprogramm):

    Zur Zeit werden 1250 Schülerinnen und Schüler von insgesamt 90 Lehrkräften unterrichtet. Die Gutenbergschule besitzt 35 Klassen in den Jahrgangsstufen 5 bis 11. In den Jahrgangsstufen 12 und 13 sind je nach Jahrgangsbreite jeweils 60 bis 70 Kursgruppen eingerichtet. Die Schule besitzt nur:

  • 1 Erdkunderaum im Keller (Provisorium)
  • 1 Musikraum (ein weiterer Mehrzweckraum dient den Klassen 5 und 6 als Musikraum
  • 1 Biologieraum für die Unter- und Mittelstufe (ein weiterer umgewidmeter Klassenraum dient ebenfalls als Biologieraum).

Es gibt keine Arbeits- und Aufenthaltsräume für Schülerinnen und Schüler und keinen Arbeitsraum für die Lehrkräfte.
In Freistunden am Vormittag sind unsere Schülerinnen und Schüler der Oberstufe praktisch gezwungen, das Schulgebäude zu verlassen und sich in der Stadt aufzuhalten. Ein untragbarer Zustand angesichts unseres pädagogischen Ziels, unsere Schülerinnen und Schüler zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit zu erziehen.
Trotz des errichteten Neubaus mit zehn Klassenräumen und sieben Chemie- und Physikräumen fehlen der Gutenbergschule zumindest:

  • 2 Klassenräume (je 60 qm)
  • 2 Schülerarbeitsräume (je 20 Arbeitsplätze / 80 qm)
  • 1 Schülerbibliothek (60 – 75 qm)
  • 1 Cafeteria
  • 1 Seminarraum, da die Schule die größte Ausbildungsschule für Lehrkräfte ist (60 qm)
  • 1 Lehrerarbeitsraum (50 qm)
  • 1 Raum zur Einrichtung eines Informations- und Dokumentationszentrums für den Fremdsprachenunterricht, das seinen Namen verdient. Das sogenannte „CDI” soll auch von der Öffentlichkeit benutzt werden können.

Die oben aufgeführten Mindestanforderungen an neuen Räumen zur Weiterentwicklung unserer pädagogischen Arbeit wurden vom Schulträger zwar anerkannt, bisher aber noch nicht verwirklicht.

Der Entwurf des Schulentwicklungsplans beurteilt die Raumsituation der Gutenbergschule auf Seite 142 wie folgt:

– bei Fünfzügigkeit ist die Raumsituation angespannt

– bei Vierzügigkeit ist sie gut.
Gleichzeitig weist der Entwurf darauf hin, dass etwa bis zum Schuljahr 2005/06 die Schülerzahlen sinken, danach aber wieder sehr spürbar ansteigen.
Dies hätte nach Aussage des Entwurfs die Folge, dass ab dem Schuljahr 2005/06 die Gutenbergschule mit Sicherheit wieder eine angespannte Raumsituation hätte.

Daher erneuern wir unsere oben genannten Forderungen nach Erweiterung unserer Raumkapazitäten, die wir durch folgende dem Schulträger vorliegende Anträge ergänzen:

  • Fortführung der Grundsanierung für das Innere des Gebäudes nach erfolgter Renovierung der Außenfassade und der Brandschutzmaßnahmen
  • Umgestaltung der Räume 213 und 215 in Biologiefachräume
  • Umgestaltung der Räume 203 und 210 in Computerfachräume
  • Renovierung des an vielen Stellen des Hauses beschädigten Fußbodenbelages
  • Renovierung und Neuausstattung des Lehrerzimmers
  • Fortführung der Schulhofbepflasterung.

Der Entwurf des Schulentwicklungsplans sieht keine Möglichkeit der baulichen
Erweiterung auf dem Standort der Schule.
Dieser Aussage widersprechen wir, da wir durchaus die Möglichkeit sehen
– Teile des Dachgeschosses auszubauen (vergleichbar zur Leibnizschule) bzw.
– einen zusätzlichen Bau neben unseren Erweiterungsbau zu stellen.

  1. Seit vielen Jahren bietet die Gutenbergschule ihren Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 und 6 eine Hausaufgabenbetreuung an zwei Nachmittagen an.Dieses Angebot wird von über 60 Schülerinnen und Schülern wahrgenommen.

    Die Organisation und Durchführung dieser Betreuung erfordert hohe Anstrengungen der Schule, da weder finanzielle noch personelle Hilfen von außen der Schule gegeben werden. Bei angespannter Raumsituation werden 12 (!) Schülergruppen nachmittags parallel betreut.

    Vorschläge über eine Ausweitung bzw. Ergänzung dieses Angebotes werden trotzdem von einer Arbeitsgruppe der Schule erarbeitet.

Stellungnahme der Direktoren-AG
zum Entwurf des Schulentwicklungsplans

Als Sprecher der Direktoren-AG möchte ich – unbeschadet der Stellungnahmen der einzelnen Gymnasien – im Folgenden zum vorgelegten Entwurf des Schulentwicklungsplanes der Allgemeinbildenden Schulen der Landeshauptstadt Wiesbaden einige grundsätzliche Überlegungen anstellen:

In der Anlage zu diesem Schreiben habe ich für die Wiesbadener Gymnasien sowie für den Gymnasialzweig der Theodor-Fliedner-Schule die im Entwurf aufgelisteten Aufnahmezahlen für die Klassen 5 der Schuljahre 2002/03 bis 2007/08 zusammengestellt.

Ergänzt sind diese Zahlen durch die Schülerzahlen der Jahrgangsstufe 5 in diesem Schuljahr.

In den Spalten 10 bis 13 wurden die folgende Angaben gemacht:

  • Spalte 10: Voraussichtliche Gesamtschülerzahl aller gymnasialen Klassen,
  • Spalte 11: Voraussichtliche Zahl der Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 4 des vorangegangenen Schuljahres,
  • Spalte 12: Voraussichtliche Gesamtzahl der Gymnasialschülerinnen und -schüler aus Wiesbaden (Spalte 11 x 0,347),
  • Spalte 13: Voraussichtliche Gesamtzahl der auswärtigen Schülerinnen und Schüler in den Wiesbadener Gymnasialklassen (Spalte 10 – Spalte 12).

Aus der Aufstellung wird deutlich, dass die Gesamtschülerzahl in den Jahrgangsstufen 4 der Wiesbadener Grundschulen und damit die Zahl der voraussichtlichen Anmeldungen Wiesbadener Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien bis zum Schuljahr 2005/06 fällt. Danach steigt die Zahl der für den Übergang an die weiterführenden Schulen relevanten Bevölkerung laut der Erhebung des Amtes für Statistik und Stadtforschung wieder an, sodass mit Schülerzahlen in den Jahrgangsstufen 4 der Wiesbadener Grundschulen zu rechnen ist, die heutiges Niveau erreichen, ggf. sogar übertreffen.

Laut dem Entwurf des Schulentwicklungsplans bleibt die Situation an den Wiesbadener Gymnasien bis zum Schuljahr 2003/04 im Großen und Ganzen unverändert, d.h. die heutige Zahl der Züge bleibt an den Schulen erhalten.

Danach allerdings kommt es aufgrund eines drastischen Einbruchs der Zahl der auswärtigen Schülerinnen und Schüler zu einer merklichen Verringerung der Schülerzahl, die dem Autor des Entwurfs Veranlassung gibt, alle Gymnasien in der Jahrgangsstufe 5 auf eine Jahrgangsbreite von um die 120 Schülerinnen und Schüler zu beschränken.

Auch in den folgenden Schuljahren wird dieses Prinzip der generellen Vierzügigkeit beibehalten.

Als Vorteile einer solchen Vorgehensweise werden im Entwurf genannt:

  • kein Gymnasium muss schließen,
  • es werden Raumkapazitäten für schulische Vorhaben gewonnen.

Im Entwurf des Schulentwicklungsplans wird auf der Seite 133 ausgeführt:

  1. „Aus diesem Grunde werden die Kapazitäten aller fünfzügigen Wiesbadener Gymnasien variabel gehalten.”
  2. „D.h. es wird ihnen garantiert, die Vierzügigkeit nicht zu unterschreiten.”

Zu diesen beiden Punkten ist jeweils eine kritische Anmerkung zu machen:

Zu 1:

Die Bildung eines fünften Zuges an Gymnasien geht zu Lasten der Schülerzahlen an den übrigen Gymnasien, die dann ggf. dreizügig gebildet werden müssten.

Zu 2:

Eine Garantie für die Zahl der an einer Schule zu bildenden Züge oder sogar für die Existenz einer Schule kann weder das Städtische noch das Staatliche Schulamt geben. Sie ist vom Staatlichen Schulamt auch bisher nie ausgesprochen worden.

Eine Bestandsgarantie für eine Schule und für ihre Zügigkeit ist lediglich aus der Zahl der Neuaufnahmen (also unter Berücksichtigung der Zweit- und Drittwünsche) für eine Schule ableitbar.

Nur ein zeitweiliges Absinken der Gesamtschülerzahl rechtfertigt, eine schlecht angewählte Schule durch Schülerzuweisungen aus anderen Schulen über diese Phase zu „retten”.

Eine solche Vorgehensweise wird aber nicht durch Bestandsgarantien der Schulämter, sondern durch verantwortungsbewusstes Handeln der Schulleiterinnen und Schulleiter, die sich in der Vergangenheit schon häufig bewährt hat, ermöglicht.

Darüber hinaus gilt grundsätzlich:

  1. Eine Jahrgangsbreite von 120 Schülerinnen und Schülern und darunter für die Jahrgangsstufen 5 der Gymnasien hat für bestimmte Profilbildungenerhebliche Nachteile, auf die der Entwurf des Schulentwicklungsplans nicht eingeht. In den letzten Jahren sind an den Wiesbadener Gymnasien große Anstrengungen unternommen worden, die schulischen Angebote zu erweitern.Hierzu gehören u.a. die zweisprachigen Züge, der G8-Zug, Musik- und Sportförderungen. Diese Angebote wurden an den Schulen mit großem Engagement der Lehrkräfte entwickelt, nicht um Schülerinnen und Schüler „anzulocken”, sondern um die schulische Ausbildung der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. So wird dies auch von den Wiesbadener Eltern gesehen und sie nehmen daher diese Angebote für ihre Kinder gerne an, was übrigens auch für die Eltern der umliegenden Kreise gilt.

    Solche schulischen Angebote sind aber selbstverständlich nur dann aufrecht zu erhalten, wenn die Nachfrage dies rechtfertigt.

    Beispiel:
    Die Erfahrungen an der Gutenbergschule zeigen, dass ein bilinguales deutsch-französisches Bildungsangebot in der gymnasialen Oberstufe nur dann gemacht werden kann, wenn zwei bilinguale Gruppen in der Mittelstufe zustande kommen.

    Mit drei Französischklassen war dies bisher möglich, mit zwei wird dies nicht gelingen.

    Kurz: Attraktive, mit viel Engagement der Lehrkräfte aufgebaute schulische Angebote werden aufgrund geringerer Schülerzahlen gefährdet, da ggf. die Nachfrage fehlt.

    Dies schafft Frustration in den Kollegien und Verärgerung bei den Eltern, die diese Angebote für ihre Kinder gerne wahrgenommen hätten.

    In diesem Zusammenhang möchten wir vor zu leichtfertigen Schulvergleichen nach dem Schema: „Wenn die Schule A mit drei Französischklassen einen bilingualen Zug erfolgreich anbieten kann, so kann dies die Schule B mit vier Englischklassen entsprechend auch” warnen, da die Voraussetzungen an den Schulen höchst unterschiedlich und daher Entscheidungen nur bezogen auf eine bestimmte Schule sinnvoll sind.

  2. Bei einer Jahrgangsbreite von 110 Schülerinnen und Schülern in der Jahrgangsstufe 5 könnten in sechs Jahren die Oberstufenin einzelnen Schulen, zumindest aber viele wichtige Oberstufenangebote, gefährdet werden.Dies wird dazu führen, dass Gymnasien verstärkt kooperieren müssen. Wegen der räumlichen Nähe werden Diltheygymnasium und Leibnizschule, Elly-Heuss-Schule und Oranienschule sowie Gutenbergschule und Gymnasium am Mosbacher Berg zusammenarbeiten.
    Ein weiteres voll ausgebautes Gymnasium ohne Kooperationspartner könnte dann leicht Existenzprobleme für seine Oberstufe bekommen, zumal wenn auswärtige Schülerinnen und Schüler aufgrund verbesserter gymnasialer Bildungsangebote in den umliegenden Kreisen fernbleiben.
  3. Gymnasien benötigen für die Weiterentwicklung ihrer schulischen Arbeit, insbesondere dann, wenn sie Ganztagsangebote einrichten wollen, Planungssicherheit. Diese ist aber nicht gegeben, wenn die Zügigkeit ggf. jährlich wechselt.Was die im Entwurf des Schulentwicklungsplans angegebenen Schülerzahlen für die Jahrgangsstufen 5 der kommenden Jahre betrifft, so sind diese rein theoretisch. Sie geben nicht die tatsächlichen Anmeldezahlen an den einzelnen Schulen an.

    Der Entwurf enthält also lediglich Annahmen, die eine (begrenzte) Diskussionsgrundlage dafür bilden können, um die möglichst beste Lösung für das schulische Angebot Wiesbadens zu finden.

Im Mittelpunkt der Überlegungen wird dabei stehen müssen, ob im Bereich der weiterführenden Schulen zusätzlich zu den bisher bestehenden Systemen tatsächlich die Neueinrichtung einer dreizügigen Schule bis zur Jahrgangsstufe 10 erforderlich ist, wie dies im Vorwort des Entwurfs dargestellt wird. Eine solche Neueinrichtung hätte nämlich auch erhebliche Konsequenzen für die Schülerzahlen der weiterführenden Schulen anderer Schulformen, vor allem in den Jahren mit rückläufigen Schülerzahlen.

Wichtige schulpolitische Entscheidungen zum jetzigen Zeitpunkt zielsicher zu treffen ist deshalb so schwierig, weil zukünftige Rahmenbedingungen heute nicht verlässlich eingeschätzt werden können.

Hierzu gehören u.a. die folgenden Fragen:

  • Welche Auswirkungen wird das verbesserte gymnasiale Bildungsangebot im Rheingau-Taunus-Kreis für die Schülerzahlen in Wiesbaden haben?Bemerkung: Da voraussichtlich bereits im Schuljahr 2002/03 gymnasiale Eingangsklassen in Taunusstein eingerichtet werden, könnten diese Auswirkungen, entgegen den Darlegungen im Entwurf des Schulentwicklungsplans, bereits in diesem Jahr wirksam werden.
  • Wie entwickeln sich die Anmeldezahlen der Schülerinnen und Schüler aus dem Main-Taunus-Kreis? Unsere Beobachtung: Die Zahl der Anmeldungen steigt für die Wiesbadener Gymnasien.
  • Wie entwickelt sich die Übergangsquote für die weiterführenden Schulformen?
  • Wird die gymnasiale Oberstufe in Eltville eingerichtet?
  • Welche Auswirkungen hat das geplante „Elitegymnasium” im Rheingau für die Wiesbadener gymnasialen Oberstufen.
  • Welche Auswirkungen haben die veränderten Versetzungsbestimmungen für die Schülerzahlen?
  • Wie verändert sich das Wahlverhalten der Eltern unter der Berücksichtigung der neuen schulformbezogenen Lehrpläne und Stundentafeln?

Es wird sich also in den nächsten Jahren die äußerst schwierige Aufgabe stellen, die geringere Zahl der Schülerinnen und Schüler möglichst so auf die Gymnasien zu verteilen, dass die Schulen erhalten und die Profile der Schulen weitergeführt und entwickelt werden können.

Die Lösung des Problems kann keineswegs durch einen verordneten Kahlschlag, d.h. durch formale Gleichschaltung aller Gymnasien, erfolgen.

Die große Aufgabe kann nur bewältigt werden, indem man auch unkonventionelle Entscheidungen trifft.

Dazu gehört z.B. auch die Bildung von Klassen mit Größen von unter 30 Schülerinnen und Schülern und die zeitweilige Lehrerversorgung von Schulen über die Vorgaben des Hessischen Kultusministeriums hinaus.

Auch über die Beschränkung der Schülerzahlen in Oberstufengymnasien muss dabei nachgedacht werden. Schülerinnen und Schüler aus nicht gymnasialen Bildungsgängen mit Eignung für die gymnasiale Oberstufe sind zu einem großen Teil in der Lage, auch die Oberstufen der traditionellen Gymnasien zu besuchen.

Die derzeitige Schülerfluktuation zwischen Vollgymnasien und Oberstufengymnasien sollten auch unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, dass dadurch Oberstufenplätze doppelt vorgehalten werden.

Daneben muss auch der Schulträger im Hinblick auf die Raumsituation die Maßnahmen ergreifen, die die Gymnasien in die Lage versetzen, ihre erfolgreiche, zukunftsorientierte pädagogische Arbeit fortzuführen und weiterzuentwickeln.

All dies setzt die Kooperationsfähigkeit der verantwortlich handelnden Personen und der Wiesbadener Elternschaft voraus.

Zum Schluss möchten wir noch auf zwei Sätze auf der Seite 133 des Entwurfs des Schulentwicklungsplans hinweisen, die Unverständnis bei uns hervorriefen:

„Die Chance der Profilierung und der inneren Schulentwicklung erhält somit ein bedeutend größeres Gewicht als der Aspekt der Schüler/-innenzahl, die zukünftig allein nicht mehr die Qualität eines Standortes einer Schule bestimmen wird.

Eine Entwicklung übrigens, die wir längst an anderen Schulformen der Landeshauptstadt Wiesbaden beobachtet haben und bei denen der Schulträger tatkräftig die Profilierung der Schule auch mit Investitionen unterstützt hat.”

Bemerkungen zum zitierten Abschnitt:

  1. Wieso wurde die Qualität eines Standortes einer Schule bisher allein von der Zahl der Schülerinnen und Schüler bestimmt?
  2. Der zweite Satz legt die Vermutung nahe, dass innere Schulentwicklung an Gymnasien bisher nicht stattfand. Wer dies behauptet, ist entweder schlecht informiert oder er betreibt eine einseitige Schulpolitik.

Wir erwarten, dass die beiden Sätze gestrichen und durch folgende ersetzt werden:

„Die innere Schulentwicklung an den Gymnasien kann daher weitergeführt werden. Der Schulträger wird diese Profilierungen der Schulen tatkräftig auch mit Investitionen unterstützen, genauso wie er dies in der Vergangenheit bereits an anderen Schulformen getan hat.”

 

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