Gymnasium
seit 1845

Russisch

“Die russische Sprache hat die Lebendigkeit des Französischen, die Zärtlichkeit des Italienischen, die Feierlichkeit des Spanischen, die Stärke des Deutschen und ist so ausdrucksvoll wie Latein.“ (M. Lomonosov)
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1. Allgemeine Informationen: Pluspunkte für Russisch
a)      Russisch wird als 3. Fremdsprache im Rahmen des Wahlunterrichts in den Klassen 8 und 9 dreistündig unterrichtet. Dieses Angebot der Wiesbadener Leiste steht den Schülerinnen und Schülern aller Wiesbadener Gymnasien offen. In der Oberstufe kann Russisch als Grundkurs weitergeführt werden. Es besteht die Möglichkeit, Russisch als mündliches Abiturfach zu wählen. Die durchschnittliche Kursgröße beträgt 15-20 Schülerinnen und Schüler. Der Russischunterricht findet im extra dafür eingerichteten Fachraum, „Russkij kabinet“ (s. Punkt 3) statt.
b)      An der Gutenbergschule wird das Lehrbuch „Konetschno“ («Конечно») im Russischunterricht verwendet. Der Titel heißt übersetzt „Natürlich” und führt die Schülerinnen und Schüler mit authentischem Sprach- und Bildmaterial nach und nach an die Besonderheiten der russischen Sprache und des russischen Lebens heran. Dieses Buch ist das aktuellste, was derzeitig auf dem Markt ist. Die Bereiche Kultur, Geschichte und Alltagsleben werden in ansprechender Form dargestellt. Jede Lektion hat eine eindeutige und klar ausgewiesene kommunikative Zielvorgabe. So sind die Schülerinnen und Schüler recht schnell in der Lage, sich in kleinen Dialogen über Themen, die ihr eigenes Umfeld betreffen, zu äußern.
c)      Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, in der 9. Klasse an einem zehntägigen Schüleraustausch mit dem Gymnasium Nr. 248  in Sankt Petersburg teilzunehmen. Der Schüleraustausch besteht seit 1992.
Link: –> Gymnasium 248, St. Petersburg
d)      Die Schülerinnen und Schüler können an verschiedenen Wettbewerben wie Bundeswettbewerb für Fremdsprachen, Russischolympiade oder dem Sprachspiel „New Amici“ teilnehmen. Vor allem beim Bundeswettbewerb für Fremdsprachen waren die Russischgruppen in den letzten Jahren erfolgreich: So gewann eine Gruppe im Jahr 2006 den 2. Platz auf der Landesebene, 2008 – den 3. Platz und einen Anerkennungspreis. Im Jahr 2010 habe 15 Schülerinnen und Schüler den 1. Platz auf der Landesebene und einen 2. Platz der Schülerjury auf der Bundesebene in Bremen erlangt.
e)      Es besteht die Möglichkeit eine TRKI-Prüfung abzulegen und damit ein international anerkanntes Sprachzertifikat zu erwerben. TRKI (Test für Russisch als Fremdsprache/ Теcты по русскому языку как иностранному) umfasst  verschiedene Sprachniveaus (A1 – C2), die sich an den Kompetenzstufen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen orientiert, und alle nötigen Fertigkeiten und Qualifikationen der Schülerinnen und Schüler in der russischen Sprache abprüft. Die Prüfung umfasst einen schriftlichen und mündlichen Teil. Dieses Zertifikat stellt eine europaweit anerkannte Zusatzqualifikation dar und ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern eine bessere Chance bei Bewerbungen an ausländischen Universitäten oder bei Firmen und Unternehmen.
Im Schuljahr 2010/2011 haben acht Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal die Prüfungen abgelegt und Zertifikate bekommen. Für das Schuljahr 2011/2012 haben sich sieben Schülerinnen und Schüler wieder beworben.

2. „Warum soll ich Russisch lernen?“

Russisch- Geschäftssprache der Zukunft
  • Russland hat sich – vor allem in den letzten 10 Jahren – mit seinen Rohstoffen zu einer starken international attraktiven Handelsmacht entwickelt.
  • Seit den 90er Jahren nimmt die Zahl der deutschen Unternehmen, die mit Russland kooperieren, ständig zu. Deutsche mit Russischkenntnissen sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt!
  • Nachhaltige Wirtschaftskontakte mit Russland verlangen nicht nur die Beherrschung der Sprache, sondern auch Kenntnisse über die Mentalität sowie historische und kulturelle Gegebenheiten der russischen Welt
  • Das Beherrschen der russischen Sprache gewährleistet nicht nur den direkten Zutritt zur Kultur des Landes, sondern auch einen unverfälschten Einblick in das politische und gesellschaftliche Leben sowie der Wissenschaft und Technik.
Russisch aus Freude
  • Russisch ist einfach anders. Wer schon einmal in Russland gewesen ist, wird dies auch schnell merken. Man wird von Anfang an akzeptiert und man erfährt dort die berühmte russische Gastfreundschaft. Daher ist eine Reise nach Russland immer lohnend!
  • Russisch ist eine europäische Kultursprache. Die Kenntnis der russischen Sprache eröffnet uns außerdem den geistigen Zugang zu einem Land, das Europa mit seinen zahlreichen Dichtern, Schriftstellern, Musikstücken, Kunststücken geprägt und seine Spuren hinterlassen hat.
Russisch schult das analytische Denken
  • Durch ihren Formenreichtum kommt der russischen Sprache ein hoher Bildungswert zu, der dem des Lateinischen und Griechischen gleichkommt und diesen als lebendige Sprache sinnvoll ergänzt.
  • Außerdem schafft Russisch eine allgemeine Voraussetzung für ein beliebiges Sprachstudium.
Russische ist in Sprungbrett für weitere slawische Sprachen
  • Ein Drittel der europäischen Bevölkerung ist slawisch; Russischkenntnisse erleichtern so auch den Zugang zu anderen slawischen Sprachen wie z.B. Polnisch, Bulgarisch, Tschechisch, Kroatisch usw.
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  • Seit 1992 gibt es an der Gutenbergschule einen Schüleraustausch mit dem bekannten Gymnasium Nr. 248 in Sankt Petersburg. Somit haben die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse die Möglichkeit an diesem Austausch teilzunehmen.
  1. Russisch als erste oder zweite Fremdsprache
Neben dem Angebot, Russisch als dritte Fremdsprache im Rahmen des Wahlunterrichts zu wählen, wird dieses Fach schulübergreifend als erste bzw. zweite Fremdsprache unterrichtet. Einmal in der Woche besuchen Schülerinnen und Schüler von annähernd 15 verschiedenen Schulen in Wiesbaden und Umgebung den Russischunterricht an der Gutenbergschule.
Noch immer kommen jedes Jahr zahlreiche Spätaussiedler aus den Gebieten der GUS nach Deutschland. Die jugendlichen, noch schulpflichtigen Familienmitglieder dieser Russlanddeutschen bzw. Kontingentflüchtlinge haben in ihrer alten Heimat häufig keinen oder bezüglich des Stundenumfangs pro Woche nur sehr geringfügigen Fremdsprachenunterricht genossen. Fehlende Deutschkenntnisse erschweren zusätzlich die Einbindung in den hiesigen Schulalltag.
Um den betroffenen Schülerinnen und Schülern den Einstieg in den Schulalltag zu erleichtern, wird ihnen auf formlosen Antrag  beim Staatlichen Schulamt Russisch, also de facto die eigene Muttersprache, als erste bzw. zweite Fremdsprache anerkannt und Englisch bzw. Französisch erlassen. Diese Erlasslage des Hessischen Kultusministeriums soll dabei helfen, die Integration in das deutsche Schulleben zu fördern und zu große Misserfolge in der ersten Zeit in der fremden Umgebung zu verhindern. Aufgrund der fehlenden Deutschkenntnisse ist die Russischlehrkraft häufig die einzige Ansprechperson, der Fragen zum deutschen Alltag gestellt oder Probleme in den Bereichen Schule oder Familie erzählt werden können. Neben der Vermittlung fachlichen Wissens hat der Lehrer daher eine erhöhte pädagogische Verantwortung.
Was die Kurszusammensetzung betrifft, ist es durch Kooperation mit den einzelnen Stammschulen der Aussiedlerkinder gelungen, annähernd homogene Kurse einzurichten. Konkret bedeutet dies, dass Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe getrennt von denen der Oberstufe unterrichtet werden. In der Vergangenheit war dies nicht selbstverständlich, da die Schülerinnen und Schüler durch ihren Stundenplan häufig nur wenig Möglichkeit hatten, sich den organisatorischen Wünschen der Russischkraft anzupassen. Eine grobe Einteilung nach Jahrgangsstufen ist sehr wichtig, da – obwohl es sich bei Russisch für alle Schülerinnen und Schüler um die Muttersprache handelt – die Zielsetzungen in den einzelnen Altersklassen doch sehr unterschiedlich sind. Bei jüngeren Schülerinnen und Schülern treten verstärkt Probleme im sprachlichen oder orthographischen Bereich auf. Durch gezielte Übungen im Unterricht werden diese Schwierigkeiten systematisch behoben. In der Oberstufe ist eine Anpassung der Unterrichtsinhalte an die Rahmenplanvorgaben für die erste Fremdsprache eine Voraussetzung für die Vorbereitung für das Abitur bzw. Fach­abitur.
Das größte Problem stellt nach wie vor die Materiallage dar. Es existieren keine speziellen Lehrbücher für den Russischunterricht als erste oder zweite Fremdsprache. Es ist Aufgabe der Lehrkräfte, ständig auf der Suche nach neuen Texten zu sein, diese methodisch-didaktisch aufzubereiten und thematische Einheiten für die Oberstufe, die Grundlage für eine Abschlussprüfung sein können, zu erstellen. Auf diesem Weg ist bereits im Laufe der letzten Jahre Material entstanden, das sich bei der “Erprobung” bewährt hat. Diesen Weg weiter zu beschreiten, d. h. auch für die Zukunft Materialien zu erstellen, die den Rahmenplänen entsprechen und gleichzeitig auf die speziellen Interessen der Aussiedlerkinder eingehen, ist ein wichtiges Ziel. Nicht zuletzt durch die Stundeninhalte kann der Russischunterricht eine integrierende Wirkung entfalten, indem Vergleiche zwischen der neuen und alten Heimat angestellt und Ähnlichkeiten und Kontraste herausgearbeitet werden.
  1. Sponsoren
Seit dem Schuljahr 1998/1999 hat die Fachschaft Russisch der Gutenbergschule in der Möllgaard-Stiftung, Frankfurt a.M. einen großzügigen Sponsor. Folgende Projekte werden bislang ermöglicht:
  • Einrichtung und Aufstockung der Lehrmittel und Ausstattung des Deutsch-Fachraums in der Schule Nr. 248 in St. Petersburg
  • Studienaufenthalte der russischen Deutschlehrer an der Universität in Essen zur Verbesserung der Sprachkompetenz
  • Einrichtung und komplette Ausstattung eines „Russkij kabinet“ (russisches Zimmer) an der Gutenbergschule. Dieser mit allen neuen Medien versehene Fachraum ermöglicht den Schülerinnen und Schülern der 1., 2. und 3. Fremdsprache Russisch motiviertes Lernen in landeskundlich authentischem Ambiente.
  • 2005 und 2006: jeweils 14-tägige Lehrerhospitation in St. Petersburg und Wiesbaden. Zielsetzung dieses Projekts war erstens die Optimierung der Sprachkompetenz der Deutsch- und Russischlehrer vor Ort, zweitens die gemeinsame Erarbeitung von Sprachförderprogrammen für unsere Schüler und drittens die Abstimmung und Planung der regelmäßig stattfindenden Austauschfahrten mit bildungsorientiertem Schwerpunkt.
  • Die Stiftung stellte Mittel zur Einrichtung einer Homepage zur Verfügung, die beiden Gymnasien als Kommunikations- und Informationsplattform dient. Die Seite mit eigenem Design und eigenen Funktionalitäten erfüllt die individuellen Anforderungen beider Schulen und beider Fächer und dokumentiert den mehr als 15-jährigen Austausch und stellt Projekte beider Schulen vor.
  • Die Stiftung fördert im Jahr 2010 ein Projekt, das Geschichts- und Russischlehrkräften beider Schulen die Vergangenheit beider Länder und Städte näherbringen soll. Jeder Austausch basiert auf der Kenntnis der Vergangenheit der Gegenseite. Auf der einen Seite bereicherten Deutsche Sankt Petersburg im 18. Jahrhundert sehr, während der unmenschlichen Blockade der Stadt kam mehr als eine Million Menschen um. Auch die Wiesbadener Geschichte ist für die Russen ambivalent: Kurzuflucht und Adelsbeziehungen auf der einen Seite, das Schicksal der Emigration auf der anderen. Das historische Projekt soll das Verständnis durch Museumsbesuche, Zeitzeugengespräche und das Eruieren von Dokumenten fördern. Am Ende sollen Arbeitsmaterialien stehen, die allen Schülerinnen und Schülern beider Schulen im Geschichtsunterricht zugute kommen.

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    Russkij kabinet an der Gutenbergschule.

Ebenfalls wurde die Fachschaft Russisch im Jahr 2008 tatkräftig von der gemeinnützigen Stiftung Mischka Kinderhilfe e.V. unterstützt. Nachdem die Geschäftsführerin Frau Katharina Maria Pastor über viele Jahre Hilfstransporte und Akuthilfe für notleidende Kinder organisiert hatte, engagierte sich der Verein nun in der deutsch-russischen Jugendarbeit in einem gemeinsamen Projekt mit der Gutenbergschule: „Wir und Ihr – zusammen“, so hieß das Motto eines Medienwettbewerbs, zu dem die Kinderhilfe zahlreiche Preise zur Verfügung stellte und der am 15. September 2008 im Rahmen des Partnerschaftsjubiläums entschieden wurde. Eine Schülergruppe reiste vom Preisgeld sogar erneut nach Sankt Petersburg.

Wenn Sie mehr erfahren möchten, besuchen Sie einfach uns auf unserer Homepage!
Ihre Fachlehrerinnen und –lehrer der Gutenbergschule Wiesbaden:
Frau Stunz, Frau Thorn, Frau van der Byl und Herr Wachs

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