Gutenbergschule Wiesbaden
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Fach: Französisch

  

Die Schüler der Gutenbergschule beginnen in der fünften Klasse mit dem Fach Französisch. Dies birgt den großen Vorteil, dass alle Schülerinnen und Schüler in qualitativer und quantitativer Hinsicht dieselbe Ausbildung erfahren, um auf die verschiedenen Optionen im weiteren Schulverlauf vorbereitet zu werden. Das Fach Französisch wird an der Gutenbergschule in besonders ausgeprägter Form sowohl in der Mittelstufe im bilingualen Zug (s.u.) als auch später in der Oberstufe im Rahmen des AbiBac (s.u.) angeboten.

Da jede Schülerin, jeder Schüler bei entsprechender Eignung nach der sechsten Klasse den bilingualen Zug wählen kann, werden alle Schülerinnen und Schüler zur Vorbereitung in der Jahrgangsstufe 6 fünf statt vier Wochenstunden im Fach Französisch unterrichtet.

In der fünften Klasse wird die andere Fremdsprache Englisch zweistündig unterrichtet, damit die Schülerinnen und Schüler ihre in der Grundschule erworbenen Kenntnisse festigen und weiter ausbauen können (siehe Modell „Zwei Fremdsprachen ab Jahrgangsstufe 5“). Ab der sechsten Klasse wird Englisch, wie in der Stundentafel vorgesehen, als Hauptfach unterrichtet.

Im Fach Französisch haben die Schülerinnen und Schüler in den letzten Jahren beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen gute bis sehr gute Leistungen erzielt und dabei insgesamt zwei Mal den Bundespreis gewonnen. Im Jahr 2005 errang eine Schülergruppe der Jahrgangsstufe 8 beim Sprachenfest in Berlin im Gruppenwettbewerb Französisch bundesweit den ersten Preis unter allen Fremdsprachenbeiträgen Deutschlands, im Jahr 2006 eine Gruppe der Jahrgangsstufe 9 den Preis der Französischen Botschaft sowie den Bundesmedienpreis. Im Jahr 2007 erhielt eine Gruppe der Jahrgangsstufe 10 den zweiten Bundespreis und im Jahr 2008 gelang in Erfurt einer Gruppe der Jahrgangstufe 9 wiederum der Gesamtsieg auf Bundesebene. Im Jahr 2009 wird die Gutenbergschule nun vom 18. bis 20. Juni das Sprachenfest des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen ausrichten.

In Zusammenarbeit mit der Maison de France in Mainz bietet die Gutenbergschule ihren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, an den DELF-Prüfungen teilzunehmen. DELF ist ein Diplom, welches verschiedene Schwierigkeitsgrade umfasst, die den europäischen Bildungsstandards entsprechen, und alle nötigen Fertigkeiten und Qualifikationen der Schüler in der französischen Sprache abprüft. Die Prüfung umfasst einen schriftlichen und mündlichen Teil. Die schriftliche Prüfung wird zeitgleich in der ganzen Welt abgelegt, die mündliche Prüfung absolvieren unsere Schülerinnen und Schüler in der Maison de France in Mainz. Dieses Diplom stellt eine weltweit anerkannte Zusatzqualifikation dar und ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern eine bessere Chance bei Bewerbungen an ausländischen Universitäten oder bei Firmen und Unternehmen.

Bilingualer Unterricht

Eine traditionelle Besonderheit der Gutenbergschule in der Wiesbadener Schullandschaft ist das Angebot „Französisch als 1. Fremdsprache“ neben Englisch. Dieses Angebot, das seit 1962 besteht, ist 1992 durch die Einrichtung des bilingualen Unterrichts erweitert worden.

Bilingualer Unterricht bedeutet Folgendes: Nach einer Vorbereitungsphase in der Klasse 6, in der die Schülerinnen und Schüler gegenüber der Stundentafel eine Wochenstunde Französisch mehr haben, wird der Unterricht in den Klassen 7 bis 10 in einem weiteren Fach auf Französisch erteilt: In den Klassen 7 und 8 in Erdkunde, in Klasse 9 in Geschichte und in Klasse 10 in Politik und Wirtschaft mit Betriebspraktikum in Montreux (französische Schweiz).

In der Oberstufe wird für Schülerinnen und Schüler, die weiterhin am bilingualen Unterricht interessiert sind, ein Grundkurs Geschichte angeboten, an dem sie teilnehmen können, (wenn sie gleichzeitig Französisch als Leistungsfach wählen) .

Die Teilnahme am bilingualen Unterricht wird den Schülerinnen und Schülern am Ende der Klasse 10 und, bei Fortführung des bilingualen Zuges in der Oberstufe, im Abiturzeugnis bescheinigt. Aus dieser Arbeit erwachsen: die Förderung der persönlichen Motivation sowie der interkulturellen Kompetenz durch den regelmäßigen Schüleraustausch (Partnerschulen in Montreux und Artemare), die Präsentation von Schülerprojekten im Rahmen besonderer Schulveranstaltungen oder -ausstellungen, die Vorbereitung auf ein Hochschulstudium im französischsprachigen Ausland, insbesondere auf deutsch-französische Studiengänge, und die Erweiterung der Berufsmöglichkeiten in einer globalisierten Welt.

Nach heutiger Planung soll das bilinguale Angebot beibehalten und ausgebaut werden, z. B. durch Fortführung und Intensivierung der bereits angelaufenen Betriebspraktika in Klasse 10 in der französischsprachigen Schweiz und durch den Ausbau des Informationszentrums  CDI - Centre de documentation et d’information, das allen neuen Sprachen zugute kommt.

Wünschenswert wären die Berücksichtigung des bilingualen Angebots bei der Lehrerzuweisung (Kombination der Fächer Erdkunde, Geschichte, PoWi mit Französisch) und eine Optimierung der materiellen Ausstattung, wobei vor allem an einen angemessenen Raum für das CDI zu denken wäre.

 

 

Abibac (Abitur + Baccalauréat) an der Gutenbergschule


Mit Beginn des Schuljahres 2007/2008 bietet die Gutenbergschule ihren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zum Erwerb des deutsch-französischen Doppelabschlusses Abibac und ist damit eine von insgesamt fünf hessischen Schulen, die dieses Angebot machen. Die ersten Abibac-Prüfungen werden im Mai 2010 stattfinden. Unsere Partnerschule ist das Lycée Janson de Sailly in Paris.  


Was ist das Abibac?
Abibac ist der gleichzeitige Erwerb des deutschen Abiturs und des französischen Baccalauréat (double délivrance), also ein Doppelabschluss, der auf dem Regierungsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich vom 31. Mai 1994 basiert.


Was ist das Besondere an Abibac?
Der Sachfachunterricht in den Fächern Geschichte und Politik und Wirtschaft  wird bis zum Abitur drei Jahre lang auf Französisch erteilt. So können die beiden nationalen Abschlüsse - Abitur und Baccalauréat - im Rahmen der jährlichen zentralen Abiturprüfung erlangt werden.
Der Abschluss wird in beiden Ländern anerkannt und berechtigt zum Hochschul-zugang in beiden Partnerländern.

Wer kann das Abibac erwerben?
Das Abibac ist als „mindestens drei Jahre umfassender Bildungsgang“ angelegt für die Jahrgangsstufen 11-13 (in G8 dann 10-12). Die Teilnahme am bilingualen Unterricht in der Mittelstufe ist sicherlich von Vorteil, aber nicht zwingende Voraussetzung, so dass auch Zweitfremdsprachler die Möglichkeit haben, sich für Abibac zu entscheiden, sofern sie gute Leistungen vorweisen und vor allem motiviert sind.


Wie sieht das Unterrichtsprogramm aus?
Die Schüler/innen beginnen bereits ab der 11. Jahrgangsstufe mit dem Leistungskurs Französisch, der mit 5 Wochenstunden unterrichtet wird.
Die Fächer Geschichte sowie Politik und Wirtschaft sind ebenfalls in den Jahrgansstufen 11-13 verpflichtend zu belegen. Beide Fächer werden in französischer Sprache unterrichtet. Die Klausuren sind in der Zielsprache (Französisch) zu bearbeiten, allerdings gilt hier das Prinzip der Fehlertoleranz, d.h. Fehler werden angestrichen aber nicht gewertet.
Die Grundlage für die Unterrichtsinhalte aller drei Fächer ist der Hessische Lehrplan. Deutsch-französische Themen können vertieft behandelt werden.
 


Abibac und bilingualer Unterricht

Schüler werden unabhängig davon, ob sie Abibac anstreben oder nur den bilingualen Zug bis zum Abitur durchlaufen wollen, gemeinsam unterrichtet. Erst bei der Meldung zum Abitur am Ende der Jahrgangsstufe 13.1 muss eine definitive Entscheidung getroffen und die Anmeldung zur AbiBac-Prüfung vorgenommen werden.

Schüler, die die Klasse 11 ganz oder teilweise im Ausland verbringen, erhalten die Möglichkeit des Quereinstiegs (vorbehaltlich einer Überprüfung).

Schüler, die den AbiBac-Zug nach der Klasse 11 verlassen wollen, können dies tun und ihre Kurse für die Qualifikationsphase ganz normal wählen. Ein Verlassen der AbiBac-Kurse im Verlauf der Qualifikationsphase (12-13) ist nicht mehr möglich. Die Kurswahl ist verbindlich wie sonst auch.

Das besondere Profil des Abibac-Kurses:

Stundenzahl

Französisch (LK)

Geschichte

Politik und Wirtschaft

Klasse 11

5 Stunden

2 + 1 Stunden

2+1 Stunden

Klasse 12

5 Stunden

3 Stunden

3 Stunden

Klasse 13

5 Stunden

3 Stunden

3 Stunden


Wie  sehen die Abiturprüfungsvorgaben aus?


Deutsche Abiturprüfung:

1. Leistungsfach:      Französisch (schriftliche Prüfung)

2. Leistungsfach:      Nach Wahl des Schülers (schriftliche Prüfung)

3. Prüfungsfach:        Eines der bilingualen Sachfächer Geschichte oder Politik und Wirtschaft (schriftliche Prüfung in frz. Sprache)

4. Prüfungsfach:        Nach Wahl des Prüflings (mündliche Prüfung)

5. Prüfungsfach:        Nach Wahl des Prüflings (mündliche Prüfung, Besondere Lernleistung oder Präsentation)

In Hessen sind Deutsch und Mathematik verpflichtende Prüfungsfächer. Sie können entweder als 4. und 5. Prüfungsfach gewählt werden oder eines von beiden Fächern kann als zweites Leistungsfach gewählt werden.


Französisches Baccalauréat:

1 mündliche Prüfung im Fach Französisch nach Abschluss des deutschen Abiturs

         Prüfung in Anwesenheit eines französischen  Prüfungsbeauftragten

         Prüfungsdauer: 30 Minuten insgesamt

         Prüfungsgegenstand: Vorzugsweise literarische Texte, die vom deutschem Prüfer ausgewählt werden


Wie läuft die Abitur-Prüfung konkret ab?

Leistungskurs Französisch:
Die Abibac-Prüflinge bearbeiten wie alle Kandidat(inn)en, die den Leistungskurs Französisch belegt haben, die landesweit einheitlich gestellten Abituraufgaben im schriftlichen Abitur (Zeitdauer 4 Stunden). Sie wählen dabei aus drei Aufgabenvorschlägen einen Vorschlag aus (Einlesezeit 45 Minuten).

Nach bestandenem deutschen Abitur unterziehen sie sich zusätzlich einer 30-minütigen mündlichen Prüfung im Fach Französisch, die vom deutschen Leistungskurslehrer und dem französischen Prüfungsbeauftragten abgenommen wird, wobei der französische Kollege in der Regel zehn Minuten prüft.

Grundkurs Geschichte/ Politik und Wirtschaft
Eines der beiden Fächer ist verpflichtendes 3. schriftliches Abiturfach. Die zu bearbeitenden Aufgaben werden in französischer Sprache vorgelegt und sind in der Zielsprache zu bearbeiten. Die Prüfungsaufgaben werden von einer hessischen bilingualen Kommission erarbeitet und auch landesweit zentral gestellt. Sie entsprechen sowohl den hessischen als auch den französischen Anforderungen.

Zusätzlich werden die Leistungen aus der Jahrgangsstufe 13 im zweiten Sachfach, das nicht Gegenstand der schriftlichen Prüfung ist, nach einem Notenumrechnungsschlüssel für das französische Baccalauréat angerechnet.
Die Korrektur der Abituraufgaben in Französisch und im Sachfach nimmt der entsprechende Kollege unserer Schule vor. Vor der mündlichen Prüfung werden die schriftlichen Arbeiten des Leistungskurses dem französischen Prüfungsbeauftragten zur Ansicht vorgelegt.


Wann ist die Prüfung bestanden?

Die Ergebnisse der anderen Abiturprüfungsfächer werden vom französischen Prüfungsbeauftragten übernommen und in das französische Notensystem umgerechnet.

Ob und wie ein(e) Kandidat/in das französische Baccalauréat bestanden hat, wird ausschließlich von den französischen Prüfungsbeauftragten festgestellt und in einer Umrechnungstabelle werden die deutschen Prüfungsnoten dem französischen System zugeordnet. Als bestanden gilt die Prüfung bei 10/20 („la moyenne“). Je nach Gesamtergebnis kann der Prüfungsausschuss das Prädikat „très bien“, „bien“ oder „assez bien“ vergeben.

Anders als in Deutschland wird in Frankreich nicht die allgemeine Hochschulreife vergeben, sondern eine fachgebundene, deren einzelne Ausprägungen durch so genannte Serien (séries) gekennzeichnet werden.

Die Kombination der Leistungskurse entscheidet über die Zuordnung zu den französischen Séries:

Bei bestandenem AbiBac kann grundsätzlich die Série ES  ( sciences économiques et sociales= abgedeckt durch Politik und Wirtschaft) vergeben werden

Französisch mit Mathematik /Physik/Chemie/Biologie = Série S (scientifique= mathematisch-naturwissenschaftlich)

Französisch mit Deutsch oder Englisch = Série L (littéraire =literarisch)

 

Was bringt mir Abibac?
Diese Frage ist gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dass es sich um eine Prüfung mehr und erhöhte Belastung während der Einführungs- und Qualifikationsphase handelt.  Was ist also das Besondere oder der „Mehrwert“ des Abibac?
In der Europäischen Union sind Englisch, Deutsch und Französisch die wichtigsten Sprachen. Es ist also sinnvoll, Fremdsprachen so früh wie möglich anwendungsbezogen zu lernen. Dieser Schritt erfolgt in den bilingualen Sachfächern, in denen bereits konkrete Inhalte und Fachtermini vermittelt werden. Die Fremdsprache wird so bereits in der Schule zur Fachsprache, so wie sie im späteren Studium und Beruf zum Einsatz kommt. Da Frankreich der wichtigste Handelspartner für Deutschland ist, sind neben Englischkenntnissen besonders auch gute Französischkenntnisse sehr gefragt.

Abschließend noch stichwortartig ein paar Ideen, die den „Mehrwert“ von Abibac unterstreichen:

         Umfassende Bildung als wichtigste Voraussetzung für das „Leben nach der Schule“ und in besonderem Maße interkulturelle Kompetenzen

         Zulassung zu den Classes préparatoires der französischen Elitehochschulen ohne Aufnahmeprüfung

         Die Chance, einen der über einhundert deutsch-französischen Studiengänge in allen Bereichen (Wirtschaft, Naturwissenschaften, Technik u.a.) speziell für Absolventen zweisprachiger Bildungsgänge mit Studium in Frankreich und Deutschland sowie mit binationalem Abschluss zu nutzen. Die meisten gibt es übrigens in den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften.

         Ein Vorsprung auf dem Arbeitsmarkt vor Mitbewerbern mit „normalem“ Abitur (Abibac als „Exzellenzkriterium“)

         Absolventen mit Abibac wählen verstärkt Doppel-Diplom-Studiengänge in Frankreich, Belgien, der Schweiz und in Québec (Kanada).

         Umfassende Sprachkompetenzen als zulassungsrelevantes Kriterium zu BA/MA-Studiengängen)

         Bessere Einstellungschancen

 



(Letzte Änderung: 18.09.2009, 6172x gelesen) Druckbare Version

  

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