samiw schreibt: Eine Gruppe von 14 SchülernInnen unserer Schule hat im Mai 2009 im RAhmen des Austausches das Gymnasium Nr. 248 in Sankt Petersburg besucht. Viele Schüler haben Tagebücher geführt. Du kannst in diesen Tagebüchern viele Informationen und Impressionen finden, die man in den üblichen Reisebüchern vergeblich sucht, z.B.
Was bekommt in einem russischen Fast-Food-Restaurant serviert?
Was sollte man nicht in einem russischen Schwimmbad tun?
Wie kommt man aufs Dache eines Wohnhauses?
Wie sollte man sich verhalten, wenn man in der STadt von einheimischen Jugendlichen angemacht wird?
Warum haben Russen Papiertüten auf dem Kopf?
Die Antworten auf diese und anderer Fragen erwarten dich in den Tagebuchauszügen der SchülerInnen.
Ann-Sophie
Montag, 27.04.09
Nach dem Aufstehen haben wir gegessen und haben uns fertig gemacht. Danach sind wir mit dem Zug zur Schule gefahren. Wir schauten uns drei Stunden den Unterricht an (2 Mathe, 1 Physik). Danach wurden uns ein paar Präsentationen über die Sehenswürdigkeiten in Sankt Petersburg gezeigt. Wir aßen in der Schulkantine zu Mittag (Suppe, Würstchen+ Nudeln, Gurkensalat). Dann haben wir uns das Russische Museum angeschaut. Es war sehr interessant. Die Bilder waren sehr schön und was mir besonders gut gefiel, waren die Decken in den Räumen. Sie waren wunderschön verziert, mit Gold und Bildern.
Nach der Besichtigung hat mich Sweta abgeholt. Wir haben in der Stadt ihre Oma getroffen. Ich bin dann mit der Oma nach Hause. Ich habe erst mal etwas zu essen bekommen!
Später habe ich mit Sweta noch den Film „National Treasure“ angeschaut.
Sonntag, 03.05.09
Nach dem Frühstück sind wir heute noch mal ins Zentrum von Sankt Petersburg gefahren. Erstens um uns die Auferstehungskirche anzuschauen und zweitens um sich zu verabschieden. Heute war wieder super Wetter, deshalb waren auch viele Touristen unterwegs. Die Auferstehungskirche hat mir super gut gefallen! (ich hab auch ganz viele Photos gemacht!) Die riesigen Mosaike haben mich sehr beeindruckt! Später als wir nach Hause kamen, habe ich noch fertig gepackt. Es gab dann noch ein Abschiedsessen! Es gab mit Käse überbackener Fleisch-Kartoffelgratin. Und zum Abschluss noch Teigkringel (sahen aus wie Donuts, nur ein bisschen kleiner...) und Tee. Das war auch eine russische Spezialität! Es war natürlich wie immer sehr lecker, nur etwas zu viel! Danach sind wir zum Flughafen gefahren. Da haben wir uns dann alle in der Eingangshalle getroffen. Wir haben noch ein großes Gruppenphoto gemacht, dann mussten wir uns verabschieden. Als wir später im Flugzeug saßen, war ich einerseits schon traurig, dass wir weg mussten. Ich hab in Sankt Petersburg so viel Neues entdeckt und kennen gelernt (auch neue Freunde!). Es hat mir sehr gut gefallen. Die Sehenswürdigkeiten waren atemberaubend schön! Vielleicht fliege ich ja noch mal irgendwann hin...
Aber als wir dann in Deutschland gelandet waren, war ich auch wieder froh, zu Hause zu sein.
Katharina
Mittwoch, 29.04.09
Direkt nach dem Eintreffen in der Schule haben wir uns auf den Weg zum Zoo gemacht. Wieder mal sind wir mit der Metro gefahren und ein ziemlich langes Stück gelaufen. Im Zoo hatten wir bis 12.00 Uhr Zeit uns umzuschauen. Da uns vorher gesagt wurde, dass die Tiere in einem russischen Zoo wesentlich schlechtere Lebensbedingungen haben als bei uns, wollte ich mir das nicht ansehen, da mir die Tiere sehr leidtun. Zusammen mit Nora habe ich mich auf eine Bank in die Sonne gesetzt und mich mit ihr unterhalten. Das Wetter war noch dazu sehr schön. Als die anderen zurückkamen, meinten sie, dass es den Tieren hier wirklich sehr schlecht geht. Auf dem Rückweg wollten wir dann alle unterwegs noch etwas essen, da das Essen in der Schulkantine nicht so lecker ist (wie in jeder anderen Kantine auch). Also sind wir Crêpes essen gegangen in einem russischen Fast Food Restaurant. Zurück in der Schule mussten wir dann an unseren Präsentationen weiterarbeiten. Kathi und ich sind fast fertig geworden. Nach der Schule ist Alina zu einer ihrer Freundinnen zum Geburtstag gegangen und ich bin zu Kathi und Swetlana nach Hause gegangen. Da mussten wir dann mal wieder sehr viel essen, aber es war sehr lecker. Um 7.00 Uhr fuhren wir in das Kontinent Shoppingcenter. Kathi und ich haben Sushi gegessen. Swetlanas Eltern haben mich dann nach Hause gefahren. Dort musste ich noch einmal etwas essen, weil die Eltern nicht verstanden haben, weil sie kein Englisch sprechen, dass ich schon gegessen hatte. Ich war anschließend so übersatt, dass ich mich erst einmal hinlegen musste, weil ich dachte, dass ich platze.
Freitag, 1.05.09
Heute Morgen sind Alinas Mutter und ich als einzige aufgestanden, da hier, genauso wie in Deutschland, am Feiertag ist. Da um 9.00 Uhr der Bus nach Nowgorod fuhr, waren wir schon um kurz nach halb neun an der Schule. Als alle da waren, sind wir losgefahren. Erst einmal standen wir ziemlich lange im Stau und viele mussten zur Toilette, aber erst einmal kam keine Raststätte, also mussten wir warten. In der Zeit haben wir geredet, Musik gehört und gelesen. Als endlich die Raststätte kam, gab es dort nur eine Toilette. Also wurden aus den geplanten 20 Minuten Pause 45 Minuten. Als wir wieder weitergefahren sind, hatten wir noch etwa zwei Stunden Fahrt vor uns, da es nach Nowgorod keine Autobahn gibt und wir nur auf Landstraße fahren konnten. Dafür haben wir die typischen russischen Datschen gesehen, die den ganzen Weg nach Nowgorod links und rechts von der Straße lagen. In Nowgorod angekommen, haben wir uns mehrere Kirchen von außen angesehen. Bei der einen konnte man seine Hand an einen Stein legen, sich etwas wünschen, dreimal um die Kirche laufen und die Stelle wieder anfassen, dann erfüllt sich der Wunsch. Das haben wir natürlich auch gemacht. Danach sind wir zu der Festung gelaufen und sie uns angesehen. Als wir in die Kirche gegangen sind, mussten alle Mädchen sich etwas um den Kopf wickeln, damit sahen wir dann alle ziemlich bescheuert aus Dort habe ich eine Kerze angezündet. Danach haben wir noch eine ausgestellte Stadt besucht. Dort war ein Dorf ausgestellt, wie die Menschen früher gelebt haben. Man konnte aber leider nicht in alle Häuser reingehen. Dort saßen wir am See und sind geschaukelt. Als das Dorf geschlossen hat, sind wir noch auf einen kleinen Markt gegangen. Dort wurden russische Souvenirs verkauft. Danach sind wir wieder zurück nach Sankt Petersburg gefahren. Bei Alina zu Hause kamen dann noch ein paar Freunde. Um 2.00 Uhr haben wir dann aufgeräumt und sind ins Bett gegangen. Die drei Freunde haben dann auch noch bei Alina übernachtet, da ihre Eltern, die Schwester und die Oma über Nacht nicht zu Hause waren.
Lars
Sonntag 26.04.2009
Auch diese Nacht verlief gut. Ich bin sehr schnell eingeschlafen. Es ist so früh so hell draußen und die Gardinen helfen da leider nicht. Naja, auch daran werde ich mich gewöhnen. Peter kommt gleich, weil Oksana zum Arzt muss. Peter hat von dem gestrigen Konzert erzählt.
Wir haben viel von dem leckeren Lemon – Tea getrunken und ich habe Nutella Toast gegessen. Gerade als wir eine neue Tasse beginnen wollten, wollte Nastia aufbrechen. Wir beeilten uns und gingen los zur U-Bahn Station. Wir warteten ewig an der Station bis Harriet, Helena und Polina kamen. Während wir warteten trafen wir Olli, der uns über die gestrigen Ereignisse im Club aufklärte. Polina hatte noch ihren besten Freund Maksim mitgebracht, welcher echt nett und riesig war. Wir stiegen in die U-Bahn ein und sind zum Nevsky Prospekt, um die st. Isaac’s Church zu besichtigen. Zunächst schauten wir uns noch die Umgebung des Nevsky Prospekts an. Wir liefen eine Seitenstraße entlang, über viele Kanäle. Dieser Blick den man von den Brücken hat, ist echt toll. Wir haben viele Fotos gemacht. Ich glaube Nastia, Polina und Maksim waren ein bisschen angenervt, weil wir nicht so schnell wie sie waren, unter anderem wegen den vielen Fotos. Ich habe Peter von banksy, Blek Le Rat und den Tesamännern erzählt. (http://www.xmarkjenkinsx.com/outside.html) Er ist super begeistert von Banksy. Wir laufen an einem Einkaufszentrum vorbei und biegen nach links ab in Richting einer Unterführung. Es sind viele Menschen auf der Straße und ich denke mir noch zum Glück ist Maksim da, denn so könne wir die Anderen nicht verlieren, da er die eher kleinen Russen deutlich überragt. Auf einmal wird Maksim von ein paar 18-20 Jährigen angesprochen und während ich mir denke: „ Das sind bestimmt Freunde.“, merke ich, dass sie dabei waren ihn auszurauben. Ehe ich mich versehe, habe ich eine Hand auf meiner Schulter und einer der 3 Typen spricht mich in ganz normalem Tonfall an. Ich verstehe natürlich nichts und sage nichts. Er spricht noch ein Mal und dieses Mal merke ich an seiner Stimmlage, dass er etwas fragt. Ich antworte mit „Hem“, da ich Russkiy gehört habe. Nastia stand inzwischen neben mir und redete mit ihm. Ich hatte meine Kamera so fest in der Hand, weil tierische Angst habe die Fotos zu verlieren. Er spricht mich noch mal an und ich zucke nur mit den Schultern. Nastia redet wieder mit ihm. Maksim wird währenddessen von 2 Typen gegen eine Litfasssäule gedrängt. Ich glaube er wollte ihnen erzählen dass er nichts habe doch man sieht den Abdruck des Handys in der Hosentasche. Auf einmal sagt „mein“ Typ etwas zu mir und winkt mit der Hand. WOW, ich unglaublich erleichtert, scheiße man, hatte ich ein Glück.
Ich ging mit Peter ein Stückchen weiter, um Abstand zu gewinnen. Maksim gibt sein Handy ab und zusch sind die Typen weg. Nur maksim und ich wurden „angesprochen“. Erst jetzt bemerken wir, dass das komplette Schauspiel direkt neben einer Soldaten stattgefunden hat. Wir gehen auf die andere Straßenseite und Maksim und Polina gehen zur Polizei. Wir waren alle eingeschüchtert und fragten Nastia Löcher in den Bauch. Sie sagt, dass ich tierisches Glück hatte. Wir schauten uns um, weil wir Angst hatten, dass die Typen uns gefolgt waren. Polina und Maksim kamen sehr schnell wieder zurück. Sie erzählten und, dass sie die Typen zusammen mit der Polizei gesucht haben, nur leider waren sie schon weg. Wir gingen weiter und Nastia erzählte uns, dass ihr zu ersten Mal so etwas passiert ist. Kurze Zeit später kamen wir an der Kirche an. Wir liefen um die Ecke und meine Kinnlade knallte auf die Straße. Ich war einfach geplättet! So etwas Erhabenes, Prunkvolles, Wunderschönes, Außergewöhnliches, Fantastisches, Unglaubliches, Grandioses (Ich könnte ewig so weiter machen) hatte ich noch nie gesehen. Ich hatte vorher gelesen, dass 1000 Pfund Gold beim Bau verwendet wurden und jetzt erscheint mir diese Zahl als zu niedrig. Überall Gold! Wir warten bei den riesigen Eingangssäulen und Peter erklärt mir die Bilder auf den Türen. Außen war schon super aber in der Kirche war es noch viel besser. Riesige Gemälde an der Decke und den Wänden. Große goldene Statuen. Riesige Mosaik Gemälde von denen man denktn es sei Ölfarbe, weil die Steine so klein sind. Ich habe viele Fotos gemacht und es sind immer noch zu wenige. Die Kirche war wunderschön, aber perfekt wurde der Ausflug erst durch Peters Kenntnisse der Bibel. Er konnte mir zu fast jedem Gemälde die passende Bibelstelle sagen und die Geschichte dazu erzählen. Es war super interessant. Ich wollte mindestens eine Stunde nur im Mittelschiff sitzen und alles auf mich wirken lassen, doch leider hatten wir durch den „Zwischenfall“ Zeit verloren. Eigentlich mag ich Kirchen nicht so, aber diese hier in Sankt-Petersburg spiel in einer vollkommen anderen Liga. Unglaublich, wie schön alles dort war. Wie nahmen also die U-Bahn und fuhren nach Hause. Helena ging in den Zirkus, Peter zu Oksana nach Hause und Maksim, Nastia und ich gingen zu Harriet und Polina, um etwas Pizza zu essen und uns für das Konzert „fertig“ zu machen. Harriet und ich hören ihre neue Notorious B.I.G. CD und merken wie offensichtlich die drei anderen über uns lästern. Naja, mich hat es nicht gestört. Wir sind nicht wirklich lange zu Hause und schon geht es zum Konzert. Wir treffen Peter und Maksim verabschiedet sich von uns. Wir sind nicht lange unterwegs da wirklich alle 2-3 Minuten eine U-Bahn fährt. An der Konzerthalle treffen wir ein paar ganz nette Freunde von Polina, nur leider können sie gar kein Englisch. Naja, bald gehen wir auch schon in die Halle und ca um halb acht startet [Amatory]. Es gab ein Intro und die band kam auf die Bühne. Der Schlagzeuger saß auf einer Empore über dem Rest. Es gab 6 große Screens, die ganz gut genutzt wurden. Am Anfang ist das Publikum gar nicht abgegangen, doch es wurde besser. Ein paar hatten sogar ein riesiges Transparent mit dem Amatory Zeichen gemalt und es wurde über die Menge gelegt, wie beim Fußball. Jedoch bleibt der Eindruck, dass das Publikum nicht gut war. Nach und während den Liedern wurde nur kurz geklatscht und nur leise mitgesungen. Der Pogo war nur sehr kurzatmig. Auf einmal sah ich mitten in der Menge 3 Ordner. Unglaublich! Die Ordner waren allgemein sehr streng und es wurden alleine in unserem Block mindestens 15 Leute wieder rausgeschickt. Man durfte nicht einmal aufstehen. Einer wollte vom Sitzbereich in den Stehbereich und wurde aber „gefasst“. Zwei Ordner begleiteten ihn hinaus. Ich glaube kaum, dass er die Halle noch mal von innen gesehen hat. Mitten während des Konzerts tauchte auf einmal ein Polizist mitten im Pit auf. Man, man, man. Ich kannte ein Lied von Amatory und erkannte es auch während des Konzerts. Es war auch das beste Lied. Auch das Drumsolo war ganz ok. Im Gegensatz zu dem Gitarrensolo was einfach nur Schrott war. Irgendwie lustlos dahin gespielt. Gegen Ende hörte sich leider alles gleich an, es dauerte mir zu lange und sie drehten den Sound immer lauter. Langsam taten meine Ohren weh. Als der Hauptteil zu Ende war atmete ich auf. Die Russen hatten uns während des Konzerts zweimal alleine gelassen, um in den Stehbereich zu gelangen. Ich wollte auch, aber Nastia sagte wir sollten sitzen bleiben. Naja egal. Das Konzert war zu Ende und es war noch hell draußen. Komisches Gefühl. Nach dem Konzert war Anstia irgendwie nervös oder hyperaktiv. Während wir miteinander redeten lief und hüpfte sie wie ein Boxer umher. Es sah urkomisch aus. Wir fuhren also mit der Metro nach Hause. Nastia traf noch ein Mädchen von ihrer Schule, das von ihr knallhart gedisst wurde. Sie war aber auch echt komisch.
Nora
3. Tag- Samstag; 25.04.2009
Wie auch gestern waren wir für 2 Schulstunden im Unterricht. Erst Englisch, wir sollten uns auch beteiligen, die Lehrerin stellte uns einige Fragen, aber es war eigentlich relativ einfach, und danach Biologie, Schlafstunde, denn ich habe nichts verstanden.
Um 10.30 Uhr hat sich unsere Gruppe in der Schule getroffen und dann sind wir gemeinsam mit der Metro in Richtung Anitschkow Palast gefahren. Dort haben wir uns dann 3 Theaterstücke einiger russischer Schüler in deutsch angesehen. Es war lustig zuzuhören, aber ich habe alles verstanden, trotzdem glaube ich, dass die Stücke eher was für kleine Kinder waren. Danach ging es mit der Metro wieder zurück und mit einigen Russen, Frieda und Helena mit dem Bus zum „Kontinent“ Einkaufszentrum. Dort haben wir etwas gegessen und waren in einer Spielhalle. Das hat sehr viel Spaß gemacht, und danach sind wir noch durch ein paar Läden gegangen. Aber leider ist Kleidung in Russland teurer, aber dafür habe ich mich die ganze Zeit reicher gefühlt mit so hohen Beträgen in der Hand (was aber eigentlich gar nicht viel war).Abends habe ich mir mit meiner Austauschfamilie Sankt-Petersburg bei Nacht angesehen. Wow, es war wirklich überwältigend! Die ganzen Lichter, die wunderschönen Kirchen und Kathedralen, das viele Gold, wenn es in der Abendsonne glitzert. Wunderschön.
5.Tag- Montag; 27.04.2009
Morgens waren wir wieder im Unterricht. Zuerst hatten wir deutsch. Ich sollte mich vorstellen und auch etwas vorlesen. Danach Chemie und Biologie, ich habe wie auch sonst iin den meisten Unterrichtsfächern nichts verstanden.
Aber dann sind wir mit der ganzen Gruppe mit der Metro In Richtung Zentrum gefahren. Und von dort aus zum „Russischen Museum“. In diesem Museum waren Gemälde russischer Künstler ausgestellt. Ich fand es eigentlich sehr interessant dort, wir hatten eine sehr nette Führerin, und auch die Bilder waren zu Teil wirklich schön, aber auch kitschig, oder sie stellten biblische Figuren dar, was mir nicht so gefallen hat. Doch auch das Gebäude war ein Kunstwerk für sich, im gleichen Stil erbaut, wie fast alle Gebäude hier im Zentrum der Stadt, aber trotzdem wunderschön.
Nach der Führung sind meine Austauschpartnerin, Frieda, ihre Austauschpartnerin und ich auf die Kuppel der St. Isaacs Kathedrale gestiegen. Es war wirklich sehr anstrengend da hoch zu gehen, aber es hatte sich dann im Endeffekt auf jeden Fall gelohnt. Denn von dort oben hatten wir einen wunderschönen Blick auf St. Petersburg. Einfach atemberaubend, wow!
Ann-Kathrin
Austausch mit Sankt Petersburg
Puh...das war ein langer Tag. Ich bin von 8-23 Uhr auf Achse,
anstrengend, aber es war es wert, denn heute war ein toller Tag. Heute Morgen
war ich drei Stunden in der Schule. In der 1. Stunde hatten wir Englisch, wir haben Lieder gehört und hatten den Text als Lückentext und mussten ihm ausfüllen,
danach haben wir Grammatik-Übungen gemacht. Es war nicht wirklich schwer, obwohl wir in einer 10. Klasse waren. Auch die Lehrerin war von uns deutschen Schülern begeistert. In der 2. Stunde hatten wir Deutsch... und in der 3. Stunde schon wieder Englisch, aber diesmal in Kathrins Klasse mit fast alle von uns deutschen Schülern. Uns wurden auf Englisch Fragen über Deutschland und Wiesbaden gestellt. Wir haben Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den deutschen und den russischen Schülern festgestellt. Es war interessant. danach gab es essen in der Schulkantine, es hat sehr anders als in Deutschland geschmeckt und auch lange nicht so gut. Dann sind wir in die Eremitage gefahren, ein richtig tolles
Gebäude. Hier sind so viele schöne Gebäude, da ist es schon fast nix
besonderes mehr. Die Decken und Wände waren ein Traum. Alles war voll
mit Gold und Spiegeln, WUNDERSCHOEN, unbeschreiblich. Allein das Gebäude wäre ein Besuch wert gewesen. Aber es waren ja außerdem noch berühmte Bilder in der Eremitage ausgestellt, wie der Garten von Claude Monet oder zwei Bilder von Da Vinci. Man hätte sich Stunden dort aufhalten können. Leider konnten wir aber nur ein paar Bilder anschauen, denn wenn man sich alle Bilder auch nur 3 Sekunden anschaut, bräuchte man für alles 3 Jahre, ohne Schlaf oder Pause!!!
Von dort haben mich Kathrin und ihre Mutter abgeholt und wir sind mit 2
Freundinnen von Kathrin in ein Spaßbad gegangen. Das hat viel Spaß
gemacht. Es gab 4 Rutschen: eine Röhren-, eine offene Röhren-, eine
Reifen- und eine lange breite Rutsche und noch viele Kleinkinderrutschen. Auch gab es ein Kinderbecken, ein Wellenbad, ein Rutsch- und Schwimmerbecken und ein Becken, in dem eine Kletterwand war. Dort gab es 6 Schwierigkeitsstufen, ich habe nur mit Mühe die erste geschafft, weil alles glatt und rutschig war. Auch
gab es eine Grotte, mit Whirlpool und vielen kleinen Lichtern. Und eine
Grotte, in der Wassertreten und eine Art Sauna waren. Auch gibt es einen Eimer, der in der Luft hängt und mit Wasser gefüllt wird.
Das System dort ist gut. Man bekommt einen Chip am Armband als Eintrittskarte. Dann gibt es eine Sammelkabine in der Spinde sind. Man hat den Spind mit der Armbandnummer und öffnet ihn an einem Brett mit dem Armband. Man darf im Schwimmbad keine Fotos machen, weil dort 3 Fotografen rumlaufen. Auch darf man
nichts mit ins Schwimmbad nehmen!!! Es gibt dort ein Planschbecken mit
Schwimmhilfen und in jeder Dusche hängt ein Shampoo- und Seifenspender, so dass man auch eigentlich nichts braucht. Es hat viel Spaß gemacht.
Danach sind wir wieder nach Hause und haben Huhn mit Kartoffelomelette gegessen. Und jetzt sitze ich hier und meine Augen werden immer kleiner...
Sankt Petersburg, Dienstag, den 28.4.09
Heute konnte ich lange schlafen, ich bin erst um 11.00 Uhr aufgestanden. Nach einem gemütlichen Frühstück mit einer Art Haferbrei, auf Russisch Каша, mit Äpfeln, Milch, Honig und Beerenmarmelade. So um 12.00 Uhr haben wir eine Radtour gestartet. Wir sind ein Stück mit dem Zug gefahren und danach mit dem Rad. Um 12.30 kamen wir am Peterhof an. Es ist eine wunderschöne Kleinstadt ohne Industrien mit vielen schönen Gebäuden. Hier war auch endlich mal „grün“ zu finden. Diese „Stadt“ war eine Universität der Wissenschaften. Momentan ist es ein sehr schönes Kurheim. Wir haben das Museum dort besucht, das in der alten Zarensommerresidenz ist. In diesem Museum war das Leben eines Zaren ausgestellt. Es war interessant und beeindruckend. Alles war voll mit Gold, Spiegeln und Verzierungen.
Die Anlage war ebenfalls traumhaft schön. Man hatte ein perfekte Sicht zum See. Wir sind durch die große Gartenanlage geradelt, bis zum Finnischen Golf. Über den See konnte man die Küste von Sankt Petersburg sehen, klein und tief im Nebel. Wir haben auf einer Insel gepicknickt und lange in der Sonne am Strand gesessen. Es hat viel Spaß gemacht. Wir haben Frisbee und Ball gespielt, wir sind Felsen hochgeklettert und haben einen Leuchtturm besichtigt. Von hier oben war die Sicht noch viel besser.
Es war warm und manche Leute haben gegrillt. Trotzdem ist im Wasser noch Eis geschwommen und große Eisblöcke lagen an der Küste. Wir sind weiter die Küste entlang geradelt, an vielen Teichen und Weiher vorbei, bis zum Bahnhof. Von dort sind wir bis ganz nach Hause gefahren und kamen dort um 19.00 Uhr an.
Wir haben uns frisch gemacht und sind um 19.30 Uhr ins Theater gegangen. Wir waren im Kleinen Haus vom Marinskytheater. Wir haben uns das Ballett Giesel angeschaut. Es war richtig toll. Nach dem Theater sind wir nach Hause gefahren und kamen erst um 23.00 Uhr an, trotzdem war es draußen noch richtig hell!!! Nach dem Abendessen bin ich dann müde ins Bett gefallen...
Sankt Petersburg, Sonntag, den 24.4.09
Frieda
Dienstag der 27.4.2009
(sonnig, um die 23°C)
Heute waren wir zuerst 3 Stunden mit im Unterricht, und haben uns danach mehrere Powerpoint- Präsentationen über das Russische Museum und die Eremitage gesehen. Diese Art der Präsentation scheint dort wirklich sehr beliebt zu sein!
Dann sind wir mit der Metro ins Russische Museum gefahren, wo wirklich berühmte Gemälde hingen (Picasso, van Gogh, ...).
Später durften wir noch etwas alleine herumlaufen, und auf dem Rückweg haben Max, Nora und Ich und ganz schön verlaufen... Wir haben allerdings irgendwie wieder zurückgefunden und waren vom Besichtigen des wirklich großen Museums ziemlich müde.
Als Uliana mir dann sagte, dass wir mit Lars und seiner Austauschpartnerin spazieren gehen würden, hatte ich ehrlich gesagt keine große Lust darauf.
+
Allerdings habe ich es nicht bereut, denn wir haben uns mit noch einem Mädchen getroffen, und sind dann irgendwo in der Innenstadt von St. Petersburg in eine Seitenstraße eingebogen.
Ich war wirklich fasziniert von den Unterschieden zwischen den prunkvollen Fassaden der Häuser innerhalb der Stadt und den Seitenstraßen die wirklich relativ heruntergekommen aussahen. (Und das hat man von außen nicht gesehen!)
Wir sollten auch ja kein Deutsch reden und wenn, dann nur sehr leise. Gefährlich?
Dort sind wir dann in ein scheinbar leer stehendes Gebäude, und da wiederum auf den total voll gerümpelten dunklen Dachboden. Das war echt unheimlich weil da von irgendwoher Geräusche kamen und wir uns an einer Gittertür vorbei quetschen mussten.
Von da aus sind wir dann über eine nicht sonderlich stabil wirkende Leiter aufs Dach geklettert.
Und ich sage nur: RESPEKT! Der Ausblick war wirklich fantastisch, das werde ich wahrscheinlich nie vergessen!
Samstag der 2.5.09 ( Sonnig, um die 17°C)
Heute habe ich erst mal wieder (etwas) länger geschlafen. Dann sind wir in die Innenstadt gefahren, um eine Schifffahrt zu machen ( 1 Stunde, auf Englisch). Das war wirklich schön und ich habe wieder einmal gemerkt, warum St. Petersburg auch „das Venedig des Nordens“ genannt wird. Auf der Newa wurde es dann richtig kalt und ich habe sogar in meiner dicken Skijacke gefroren (wo mir doch vorher noch echt warm war), Aber es war eindrucksvoll, weil man so viele Sehenswürdigkeiten auf einmal sieht, die Blutskirche, die Eremitage und vieles mehr.
Danach waren wir mit Sasha und Nora Souvenirs kaufen (Am Markt bei der Blutskirche). Wir haben schön gefeilscht und wurden (glaube ich) trotzdem etwas abgezockt, aber nun gut... die Leute die da stehen müssen auch ihr Geld verdienen..
Danach sind noch Max und sein Austauschpartner gekommen und wir sind (ohne Nora und Sasha) in das angeblich größte Einkaufszentrum gegangen. Da gibt es IM Einkaufszentrum eine Eisbahn, und Max und Ich haben spontan entschieden die halbe Stunde die wir mit unseren Austauschpartnern ausgemacht hatten Eislaufen zu gehen. Das Eis war zwar ziemlich schlecht, aber es war wirklich lustig.
Nachts sind wir dann in die Stadt gefahren um zu sehen, wie sich die Brücken öffnen. Da haben wir dann Yasmin getroffen und ein paar Typen (höchstwahrscheinlich ziemlich betrunken) zugeschaut, die etwas „getanzt“ haben. Zwei hatten Papiertüten über dem Kopf und einer der beiden hat einen anderen Typen nachgemacht, der ernsthaft tanzen wollte, das war so verdammt lustig, dass die Brückenöffnung fast in den Hintergrund gerückt ist.
Aber Petersburg bei Nacht ist fast noch schöner als am Tag, nur dass man, wenn man genauer hinschaut auch sieht, dass die Kriminalitätsrate hier wahrscheinlich nicht gerade gering ist.