Gymnasium
seit 1845

Jugendmedienschutz

An der Gutenbergschule realisieren wir Jugendmedienschutz durch Vermittlung von Medienkompetenz an Schüler, Eltern und Lehrkräfte.

  • Wir vermitteln unseren Schülerinnen und Schülern ab der Klassenstufe 5 elementare Computerkenntnisse, die sie später beruflich benötigen werden, sowie grundlegende Sicherheitsaspekte, die für eine möglichst gefahrlose Nutzung des Internets unverzichtbar sind.
  • Eltern bieten wir umfangreiche Hilfestellung bei der Medienerziehung, von der sich viele Eltern überfordert fühlen. Für die Eltern unserer neuen Fünftklässler veranstalten wir zu Beginn jedes Schuljahres einen Medienelternabend, den der Schulelternbeirat einstimmig zur Pflichtveranstaltung erklärt hat.
  • Die private Nutzung mobiler digitaler Endgeräte – Handys, Spielekonsolen, Tablets, Notebooks, etc. – ist an der Gutenbergschule grundsätzlich nicht gestattet, davon ausgenommen sind die Aufenthaltsräume der Oberstufe. Bei Verstößen gegen diese Nutzungsordnung (siehe Hausordnung) werden die Geräte konfisziert und müssen von einem Elternteil im Sekretariat abgeholt werden.
  • Über den Einsatz privater Geräte im Unterricht entscheiden die Lehrkräfte, hier arbeiten wir allerdings vorzugsweise mit den schuleigenen PCs und Tablets, da diese deutlich weniger Ablenkungspotential aufweisen als Smartphones mit WhatsApp, Videospielen etc.
  • Wir raten Eltern dringend davon ab, Kindern bereits in der Unterstufe internetfähige Smartphones zur Verfügung zu stellen! Ein Smartphone ist kein Telefon, sondern ein Hochleistungscomputer in Hosentaschengröße mit Vollzugriff auf die Erwachsenenwelt, dem Kinder nicht gewachsen sind. Speziell für iPhones existiert zudem keine Möglichkeit einer  altergemäßen Einschränkung der Funktionalität.
  • Klassenchats per WhatsApp (Altersfreigabe laut Hersteller: 16 Jahre!) oder anderen Messengern sind bei uns in dieser Altersklasse ausdrücklich nicht erwünscht, sie bieten kaum Nutzen, dafür aber ein erhebliches Risikopotential v.a. im Hinblick auf Mobbing und die Verteilung verstörender und jugendgefährdender Inhalte, insbesondere gewalthaltige und pornographische Fotos und Videos, aber auch Gruselkettenbriefe, die für schlaflose Nächte sorgen können. Der Faktor Zeitverschwendung ist in dieser Altersklasse ebenfalls erheblich, diese Kinder sind nicht in der Lage, mit einem Smartphone einigermaßen souverän und selbstbestimmt umzugehen.
  • Unsere Handyempfehlung:
    – Notfallhandy (kein Smartphone, kein Internet) ab Klasse 5
    – Smartphone ab Klasse 8, aber ohne mobiles Internet
    – Smartphone mit mobilem Internet ab 16 Jahren
    – Ein Vertragshandy ist erst ab 16 Jahren zu empfehlen, davor verhindert eine Prepaidkarte zuverlässig unangenehme finanzielle Erfahrungen am Monatsende.
    – Sammeln Sie die Handys Ihrer Kinder vor dem Abendessen ein und geben Sie sie morgens wieder aus, um ungestörten Schlaf zu garantieren. In der Klassenstufe 7 laufen an Wochentagen über Nacht ca. 500 Nachrichten im WhatsApp-Klassenchat auf! Eine aktuelle hessische Studie mit 15.000 Schülern und Azubis bescheinigt zwei Dritteln dieser Altersgruppe ein medienbedingtes Schlafdefizit an Wochentagen von durchschnittlich zwei Stunden! Ein dauerhaftes Schlafdefizit während der Pubertät kann laut dieser Studie gravierende gesundheitliche Konsequenzen zur Folge haben, von der Beeinträchtigung der schulischen Leistungen ganz zu schweigen.
  • Bitte lesen Sie dazu unseren Elternbrief => Smartphones für Fünftklässler? Elternbrief 2015 der Gutenbergschule Wiesbaden
  • In der Jahrgangsstufe 5 im Schuljahr 2015/16 stellt sich der Handybesitz wie folgt dar:
    Kein Handy: 20 %, Notfallhandy: 24 %, Smartphone ohne mobiles Internet: 30 %, Smartphone mit mobilem Internet: 26 %
    Mit diesen Zahlen sind wir nicht zufrieden, sie liegen dennoch deutlich niedriger als an den meisten anderen Schulen, die in dieser Altersklasse teilweise “Vollausstattung” vermelden. Das Killer-Argument “aber alle anderen haben das!” können Eltern von Fünftklässlern an der Gutenbergschule jedenfalls locker abtropfen lassen… 😉

Weitere aktuelle Informationen und Hilfen zu diesem Thema finden sich unter

www.medien-sicher.de

Diverse Studien wie zuletzt die OECD-Studie The ABC of Gender Equality in Education: Aptitude, Behaviour and Confidence zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen problematischer Mediennutzung und Schulversagen. Lesen Sie dazu den Info Flyer für Eltern zum Jugendmedienschutz .
Vermittlung von Medienkompetenz beinhaltet bei uns, dass Kinder und Jugendliche ein klares Bewusstsein für die vielfältigen Risiken entwickeln müssen, die ihnen im Umgang mit den neuen Medien begegnen können. Um das “Internet in der Hosentasche” zu beherrschen, ist aber eine gewisse geistige Reife unabdingbar.

Der Internetzugang moderner Smartphones birgt eine Vielzahl an Risiken, die nicht nur den elterlichen Geldbeutel, sondern v.a. die kindliche Psyche erheblich belasten können. Als problematisch erweist sich dabei die Tatsache, dass ein Großteil der heutigen Elterngeneration  weder weiß, welche Risiken mit der Internetnutzung ihrer Kinder verbunden sind, noch was diese mit ihren Computern und Smartphones anstellen.

Eltern sollten unbedingt wissen, WANN ihre Kinder online sind, WAS sie dort tun (welche Apps benutzt mein Kind?), und mit WEM sie dort kommunizieren.

Daher steht unsere Konzeption zum Jugendmedienschutz, unter Einbeziehung der gesamten Schulgemeinde, auf einer breiten Basis:

  • Schülerinformation: Zusätzlich zu den Multimediatagen in den Klassenstufen 5 bis 8 gibt es bereits seit 2008 eine doppelstündige Veranstaltung für alle neuen Fünftklässler zum Thema “Sicher im Internet!”
  • Ein verbindlicher Elternabend zum Thema Medienerziehung für diese Klassenstufe.
  • Lehrerfortbildung: Kontinuierliche Information und Fortbildungsangebote für das Kollegium vermitteln Beratungskompetenzen im Umgang mit den neuen Medien
  • Mit der “Zentralen Jugendkoordination” des Polizeipräsidiums Westhessen sowie dem “Netzwerk gegen Gewalt” besteht eine intensive Zusammenarbeit, um bei neuen Entwicklungen und Bedrohungslagen kurzfristig reagieren zu können.

Inhaltliche Schwerpunkte im Bereich Medienerziehung & Jugendmedienschutz:

  • Schutz der Privatsphäre / Datenschutz im Internet
  • Soziale Netzwerke und Messenger
  • Das Recht am eigenen Bild
  • Cyber-Bullying (Onlinemobbing)
  • Sicherer Umgang mit Email und Passwörtern
  • Exzessive Mediennutzung und Schulversagen
  • Computersucht – eine moderne Krankheit
  • Downloads und Urheberrecht, was ist legal?
  • Plagiate – alles nur geklaut?
  • Vermeidung von und Umgang mit Kostenfallen
  • Schutz vor Schadsoftware
  • Datensicherung

Weitere Informationsquellen:

Rückmeldungen über das Kontaktformular sind willkommen.

Günter Steppich

Beauftragter für Neue Medien an der Gutenbergschule Wiesbaden
IT-Fachberater für Jugendmedienschutz am Staatlichen Schulamt Wiesbaden/Rheingau-Taunus-Kreis
Referent für Jugendmedienschutz am Hessischen Kultusministerium

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