Vorwort
Dieses Jahrbuch berichtet über die wichtigsten Geschehnisse unserer Schule in den Jahren 1995 und 1996.
Die wichtigste Veränderung an der Gutenbergschule fand am 05.07.1995 statt. An diesem Tag wurde Herr Oberstudiendirektor Dieter Beltz in einer würdigen Feier in der neu errichteten Aula unserer Schule in den Ruhestand verabschiedet.
22 Jahre lang hatte er die Geschicke der Schule geleitet in einer bewegten Zeit der Reformen, der pädagogischen Neuerungen und des jahrzehntelangen Raummangels an unserer Schule.
Dank und hohe Anerkennung sprach ihm im Verlauf der Feierstunde der leitende Schulamtsdirektor Herr Dr. Rhein im Auftrag des Hessischen Kultusministers aus. In launigen Worten beschrieb Herr OStR Schmidt-Dossow im Namen des Kollegiums das langjährige Wirken unseres beliebten Chefs" an der Gutenbergschule. Herzliche Worte des Dankes fanden ferner sein Stellvertreter, die Leiterinnen und Leiter der Fachbereiche sowie Vertreter der Eltern- und Schülerschaft.
Zu den vielen wichtigen Dingen, die unter der Leitung von Herrn Beltz an unserer Schule verwirklicht wurden, gehörten u.a. ganz am Anfang seiner Tätigkeit die Umgestaltung der gymnasialen Oberstufe vom Zweig zum Kurssystem, später die Einführung des bilingualen deutsch-französischen Zuges mit Beginn des Schuljahres 1992/93 sowie die Beseitigung des drückenden Raummangels an unserer Schule durch die Errichtung des naturwissenschaftlichen Anbaus und dessen spätere Aufstockung mit 10 Klassenräumen und einem Mehrzweckraum sowie dem Umbau unserer alten Turnhalle in eine Aula, als Zentrum des schulischen Lebens. Diese von Herrn Beltz in Zusammenarbeit mit der Schulgemeinde erreichten baulichen Veränderungen setzten die Schule in eine organisatorisch, räumlich und einrichtungsmäßig zufriedenstellende Lage, die es ermöglicht, sich nun verstärkt auf pädagogische Fragen zu konzentrieren.
Herr Beltz war für uns alle - Schüler, Eltern und Lehrer - ein verständnisvoller, toleranter und großzügiger Direktor. Die Schulgemeinde wünscht ihm und seiner Gattin viele Jahre eines sorgenfreien Ruhestands. Ich wünsche mir darüber hinaus, daß die regelmäßigen Besuche meines ehemaligen Chefs in seiner alten" Schule und die herzlichen Gespräche mit ihm noch viele Jahre andauern mögen. Ferner fiel in den Berichtszeitraum dieses Jahrbuches der weitere Ausbau des bilingualen deutsch-französischen Zuges an unserer Schule. Die Erteilung des Sachfachs Geschichte in der jetzigen Jahrgangsstufe 9 wurde durch die Neueinstellung von Frau StRin Dr. Kohlhas zum Beginn des Schuljahres 1995/96 ermöglicht. Im kommenden Schuljahr sollen die Sachfächer Sozialkunde und Arbeitslehre in der Jahrgangsstufe 10 in französischer Sprache unterrichtet werden.
Hierzu gehört auch das Angebot an die Schülerinnen und Schüler dieses Zuges das Betriebspraktikum in Montreux/Schweiz durchführen zu können. Die Vorbereitungen hierfür laufen zur Zeit. Erste Erfahrungen mit der Durchführung eines Betriebspraktikums im Ausland konnten in diesem Jahr mit einer kleinen Schülergruppe in Birmingham/England gewonnen werden.
Eine Ergänzung des fremdsprachlichen Unterrichts, aber auch eine Bereicherung des Unterrichts u.a. in Informatik, Mathematik, Musik, Erdkunde versprechen wir uns durch den Aufbau einer Multifunktionsanlage, bestehend aus 20 Computerarbeitsplätzen für die Schüler und einem Lehrerarbeitsplatz neuester Technologie, die untereinander vernetzt sind. Die Anlage soll im Frühjahr 1997 voll ausgebaut sein. Zur Zeit besteht sie aus 8 Geräten, die über die Elternspende angeschafft werden konnten.
Seit April 1996 besteht an der Gutenbergschule für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7 die Möglichkeit, an zwei Nachmittagen (dienstags und mittwochs von 13.45 Uhr bis 15.15 Uhr) unter der Aufsicht von Oberstufenschülerinnen und -schülern in Ruhe ihre Hausaufgaben zu erledigen. Hierbei ist nicht an eine Nachhilfe gedacht, doch können sich die Teilnehmer bei Fragen an ihre Betreuer wenden, die mit großem Engagement ihre Aufgabe wahrnehmen. Die Organisation der Hausaufgabenbetreuung wurde dankenswerterweise von drei Schülermüttern übernommen.
Ebenfalls in den Händen von Schülermüttern liegt die Ausleihe der Bücher in unserer Schülerbücherei. Diese Bücherei wird vor allem von unseren Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 und 6 genutzt. Sie liefert somit eine wichtige Ergänzung des Deutschunterrichts in unseren Anfangsklassen.
Wichtige pädagogische Arbeiten wie der Aufbau des bilingualen Zuges, die Umsetzung der neuen Rahmenpläne, die Einarbeitung in neue Technologien, Chor-, Orchester-, Theaterarbeit, Üben mit der Schulband, um nur einige zu nennen, benötigen einen hohen zeitlichen Arbeitsaufwand der Kolleginnen und Kollegen. Erziehungsaufgaben, die in immer größerem Umfang auf die Schule zukommen, tun ein übriges.
Wir wollen diese Aufgaben zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler leisten. Dies können wir aber mit Erfolg nur dann, wenn neben unserer eigentlichen Unterrichtsarbeit noch Zeit bleibt, wenn wir ausreichende Mittel zur Verfügung haben und wenn wir vor allem mit genügend Lehrkräften (es dürfen auch ruhig jüngere sein!) versorgt werden. Dies für unsere Schule sicherzustellen, wird die wichtigste Aufgabe der nächsten Jahre sein.
Ich danke allen, die das Gelingen des Jahrbuchs durch gekonnte Beiträge sicherstellten. Besonderen Dank Herrn Rudloff für seine engagierte Arbeit als Herausgeber, Frau Grabert-Walter für die Mitarbeit bei der umfangreichen Gestaltung des Heftes.
Gerhard Schlotter