Beschluß der Gesamtkonferenz der Gutenbergschule Wiesbaden vom 17.06.1996 (gültig für zunächst ein Jahr)

Die Gesamtkonferenz der Gutenbergschule Wiesbaden protestiert gegen die Erhöhung der Arbeitszeit um etwa 10% (bis zu 2 Unterrichtsstunden, d.h. bis zu 5 Stunden Arbeitszeit).

Die Lehrerinnen und Lehrer der Schule wissen, daß Profilbildung an einer Schule nur erfolgen kann, wenn die Belastung der Kolleginnen und Kollegen in einem erträglichem Umfang erfolgt.

Sie wissen, daß die Arbeitsatmosphäre für Schülerinnen und Schüler nur optimal sein kann, wenn Lehrerinnen und Lehrer konzentriert und nicht überlastet unterrichten können.

Sie wissen, daß die Unterrichtsqualität abhängig ist von dem Engagement der unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer. Die Lehrerinnen und Lehrer der Gutenbergschule wollen sich für eine Erhaltung der guten Unterrichtsqualität engagiert einsetzen und über den Unterricht hinaus durch zusätzliche Aktivitäten Schülerinnen und Schüler noch stärker motivieren, wie es in den letzten drei Schuljahren geschah.

Sie wollen die Unterrichtsqualität auf einem hohem Niveau halten. Sie wollen in Klassen, die eine angemessene Höhe haben, die Schülerinnen und Schüler in guter Lernatmosphäre zu Mitarbeit und sozialer Verantwortung motivieren.

Sie wollen Schülerinnen und Schüler individuell beraten können.

Sie wollen Klassen-, Studien- und Austauschfahrten organisieren und durchführen können.

Sie wollen die vielfältigen Angebote aufrechterhalten, die Schülerinnen und Schülern „Freude an der Schule" vermitteln, wie z. B.

Alle diese Leistungen und Aktivitäten werden durch die Arbeitszeiterhöhung in Frage gestellt. Die Kürzung der Gelder für Klassen- und Studienfahrten, die Kürzung der Stundendeputate, die Kürzung der Gelder für Lehr- und Lernmittel, die hohen Schülerzahlen in den Klassen stellen zusätzliche unerträgliche Belastungen dar.

Darüberhinaus sorgt der Kultusminister durch die Arbeitszeitverlängerung dafür, daß hochqualifizierte, junge Kolleginnen und Kollegen weiterhin nicht eingestellt werden und damit arbeitslos bleiben. Aus diesen Gründen resultiert die Sorge um Schülerinnen und Schüler und um die Unterrichtsqualität.

Deshalb beschließt die Gesamtkonferenz der Gutenbergschule Wiesbaden in Übereinstimmung mit dem Beschluß der Personalräte der Wiesbadener Gymnasien folgende Protestmaßnahmen:

Massive Einschränkungen der Studien- und Klassenfahrten auf die im Rahmen der vom Kultusminister erlaßlich vorgesehenen finanzierbaren Fahrten.( Die bisher gängige Praxis der Eigenfinanzierung wird abgelehnt.)

Außerdem beschließt die Gesamtkonferenz der Gutenbergschule folgende zusätzliche Maßnahmen:

Die Lehrerinnen und Lehrer der Gutenbergschule fordern den Kultusminister noch einmal auf, die vorgesehene Arbeitszeitverlängerung um bis zu 10% zurückzunehmen, damit hohe Unterrichtsqualität im Interesse von Schülerinnen und Schülern gewahrt werden kann.

 

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