Öffnung der Schule

Öffnung der Schule - ein neues Schlagwort?

Die neuen Lehrpläne für die Sekundarstufe I und II, das neue Schulgesetz und viele Verlautbarungen aus dem Kultusministerium fordern, daß die Schulen offener werden. Gemeint ist, daß Experten von außen in die Schule kommen, und umgekehrt die Schülerinnen und Schüler (samt Lehrkräften) Lerninhalte auch außerhalb des Schulgebäudes erfahren. Angesichts der Stoffülle, den großen Lerngruppen und der verlängerten Unterrichtsarbeitszeit ist dieser Anspruch schwer zu erfüllen. Denn jeder Termin muß vorbereitet und abgesprochen werden - das ist meistens nicht mal so eben mit einem Telefonat erledigt.

Dennoch hat das vergangene Jahr gezeigt, daß vielfältige Möglichkeiten genutzt wurden. Sei es der (zwar etwas schwierige) Vortrag eines Mitarbeiters des Max-Planck-Institutes in Mainz über Ozonschicht und CO2 - übrigens angebahnt über einen Schüler per Internet -, sei es der Vortrag über Magneto-optische Datenspeicher oder die Diskussionsveranstaltungen mit der Europa-Abgeordneten Urban-Mosiek, dem Wiesbadener Verfassungsrichter Dr. Jentsch und dem Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis. Auch die Diskussionsveranstaltungen für die Oberstufenschülerinnen und -schüler, von denen viele erstmals an Wahlen teilnehmen dürfen, mit den jungen Vertreterinnen und Vertretern der vier demokratischen Fraktionen im Wiesbadener Stadtparlament zu den Kommunalwahlen 1997 gehören dazu.

Als weitere Veranstaltung wird im März 1997 eine Podiumsdiskussion mit ehemaligen und heutigen Schülerinnen und Schülern über den naturwissenschaftlichen Unterricht stattfinden.

Öffnung der Schule - das ist keine Erfindung der Pädagogik der neunziger Jahre. Aber eine wichtige Ergänzung zum „normalen" Unterricht, die wir Lehrkräfte ‘eigentlich’ öfter praktizieren wollen. Aber: dann fällt ja wieder woanders Unterricht aus.

Peter Wagner

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