Der Multimediaraum R 210

Die Idee zum Ausbau des Multimediaraumes
Nachdem der Elternverein der Gutenbergschule signalisierte:
Wir können der Schule einen größeren Betrag zur Verfügung stellen", mußten zunächst einige Überlegungen angestellt werden.
Wie teilt man solch einen Betrag gerecht auf die verschiedenen Fachgruppen auf? Geht das überhaupt?
Welche Wünsche haben die verschiedenen Fachgruppen?
Können möglichst viele Schüler von den Anschaffungen profitieren?
..........
Kurzum,
der Vorschlag, endlich die eiernden Tonbandgeräte aus dem Multimediaraum" {dies bedeutete hier: er roch, schaute be..kleckert aus und war zu nichts zu gebrauchen} zu entfernen und digitale Geräte einzubauen, wurde vom Elternverein begrüßt. Diese haben auch noch den Vorteil, daß die Fachgruppe Informatik die Schüler endlich mit dem neuesten Stand der Anwendungssoftware vertraut machen kann. Außerdem konnte so der Stadt Wiesbaden gezeigt werden, welche Anstrengungen Eltern unternehmen, um endlich die seit mehr als 10 Jahren beantragte Erneuerung zu unterstützen.
Welche harte Ware und Hardware nehmen wir?
Wo bekommen wir die besten Geräte?
Nach einigen Mühen und längeren Gesprächen wurden aus Hamburg die Fa. Tandberg (als einziger digitaler Anbieter) für den Sprach-Bereich und die Firma SNC aus Wiesbaden-Erbenheim für den Hardware-Bereich auserkoren.
Wie paßt nun aber eine (ur)alte Möblierung mit neuester Hardware zusammen?
Erste Untersuchungen" des Mobiliars ergaben (bis auf zwei Tische) eine durchaus noch gute Standfestigkeit. Die Überlegung, statt des Tonbandgerätes eine Holzplatte einzusetzen, auf der dann ein Computer halb-eingelassen, standsicher gestellt werden kann, wurde dann durch Vermittlung von Herrn Krämer durch den städtischen Schreiner realisiert. Es wurden kleinere Veränderungen besprochen und dann für 20 Arbeitsplätze die entsprechenden Platten bestellt. Da die Computer alle über mehrere Kabel miteinander verbunden sein müssen, war es sinnvoll, die vorne gezeigte Raumplanung zu realisieren. Nachdem auch die Sprach-Fachgruppen diesem Vorschlag zustimmten, konnte die Grobarbeit beginnen. Dank der kräftigen Mithilfe von Herrn Geyer und vielen Schülern wurden die einzelnen Tischelemente in einen leeren Klassenraum (zum Glück waren damals die 10. Klassen auf Betriebspraktikum!) getragen. Es zeigte sich sofort: Dieser uralte ver...fleckte Teppich muß raus!
Die Stadt ließ uns nicht hängen: Irgendwie wurde nicht nur in Windeseile ein neuer - statische Ladungen werden abgeleitet - Teppich verklebt, sondern auch vorher die Wände neu angelegt! Zwischenzeitlich wurden neuere Möbel in einem städtischen Lagerraum begutachtet, ob sie nicht besser als die alten zu gebrauchen seien.
Sie sahen toll aus! Weiß, kunststoffbeschichtet, mit großem Kabelkanal unten! Also wurde einer eingepackt und an Ort und Stelle mit den alten Tischen verglichen. Aber: Die neuen Tische waren nicht nur um einiges kürzer und niedriger, sie waren auch nicht in genügender Anzahl vorhanden. Leider! Aber es hatte keinen Sinn, vor allem, da die Schüler ja einen möglichst großen Arbeitsbereich benötigen. Nicht nur Monitor, Tastatur und Maus müssen einen Dauerplatz haben, auch genügend Platz für ein Arbeitsheft muß bleiben!
R 210 wird multimedial
Neueste Technik hält Einzug
Nun konnte endlich der Neuaufbau beginnen. Da die Tische so plaziert werden mußten, daß ein Tischbein am unterirdischen" Kabelkanal zu stehen kommt, damit die Leitungen nicht zu Stolperfallen werden, war das gar nicht so einfach. So brannte des öfteren noch lange Licht im R 210!
Die alte Tonband-Steuertechnik mußte für die neue Tandberg-Anlage weichen. Es gelang aber, die Steuerung für den Diaprojektor und das Tonbandgerät zu erhalten.
Da die Fa. Tandberg schriftlich zusicherte, ihr System laufe auch unter dem neuen Betriebssystem Windows 95, wurden die entsprechenden Geräte bestellt. Es zeigte sich, daß die Fa. SNC eine gute Wahl gewesen ist. Sie lieferte pünktlich, und gab jederzeit Hilfe und Unterstützung beim Vernetzen der Computer. Sie erklärte sich bereit, sämtliche Gerätschaften für alle zukünftigen 20 PCs zur Verfügung zu stellen, da die Verkabelung selbst erstellt wurde.
Das dicke Ende kam doch
Die Tandberg-Leute kamen und erklärten, das ihr System doch nicht unter Windows 95 laufe, wir hätten eine falsche Auskunft bekommen. Was hilft alles jammern, wieder hilft SNC mit dem OS2-Boot-Menü aus, so daß die Sprachen und die Informatik auf verschiedenen Systemen laufen. Zum erstenmal bin ich froh, daß ich alles nur" auf 8 Rechnern machen muß.....
R 210 ist multimedial
Wer nutzt die neuen Geräte?
Die Informatiker sind es gewöhnt, daß mindestens zwei Schüler an einem Gerät sitzen, ja manchmal sogar drei! So sind - nach einer kurzen Einweisung - die Schüler mit Begeisterung dabei, das neue System in Besitz zu nehmen. So tritt nach einer gewissen Spielphase", in der Spiele über das Netz ausprobiert und getestet, in der begeistert Nonsens-Briefe von Rechner zu Rechner geschickt wurden, die Normalität wieder ein.
Die Sprachler waren mit der Inbesitznahme der neuen Möglichkeiten zurückhaltend. Zum einen ist die Anzahl der Arbeitsplätze zu gering, um mit einer Klasse an den sieben Arbeitsplätzen effektiv zu arbeiten. Nach kurzer Zeit wurden jedoch alle alten Kopfhörer auf die neuen Buchsen umgerüstet, so daß jetzt immerhin 21 Plätze zur Verfügung standen. Zum anderen ist es für diejenigen, die bisher noch kaum oder gar nicht mit einem Computer gearbeitet hat, verständlicherweise nicht möglich, die Sprachaufzeichnungen per PC vorzunehmen und sie dann über ein Computernetz in ein bestimmtes Verzeichnis zu kopieren.
So wurde zunächst von der Fa. Tandberg, dann von mir ein Einführungskurs gehalten, der nicht nur die neuen Möglichkeiten demonstrieren, sondern auch den Umgang mit dem Computer näherbringen sollte. Es wurde mehrere englischsprachige Software angeschafft, die auch häufig in Benutzung ist.
Es muß jedoch auch bedacht werden, daß die neue Technik beherrscht werden muß, bevor sie zum richtigen Einsatz kommen kann. Dies kann nur durch häufiges Üben passieren, wobei die Anleitung, die unter tatkräftiger Mithilfe und durch fleißiges Tippen von Herrn Fischer entstanden ist, sehr hilfreich sein könnte.............!
Der Ausbau naht......
aber wann kommt er.................?
Immerhin: die Stadt Wiesbaden ließ sich von der in Kapitel 1 erwähnten konzertierten Elternaktion so beeindrucken, daß im Doppelhaushalt 1996/97 für die Gutenbergschule ein namhafter Betrag (um eine Redewendung unseres Personalratsvorsitzenden zu gebrauchen) ausgewiesen wurde, der unserem Multime-diaraum zu der maximal möglichen PC-Ausstattung verhelfen wird. Diese gute Nachricht erhielt die Gutenbergschule im August 96.
Weiterhin nahm die Gutenbergschule an der Ausschreibung Schulen ans Netz" teil. Hier besteht die Möglichkeit, bei positiver Beurteilung eines Projektes in den Genuß eines Multimedia-Pentium-Computers zu kommen, bei gleichzeitigen Anschluß über einen ISDN-Verbindung ins Internet.
Im September kommt Hektik auf.
Da für diesen großen Betrag (in Lire umgerechnet sind es immerhin mehrere Millionen!) unbedingt eine Ausschreibung erfolgen muß, wurden wir um eine Leistungsbeschreibung der anzuschaffenden Rechner gebeten. Aufgrund der gewachsenen Softwareanforderungen sollten alle Rechner - auch die alten 7" - den neuesten Bedingungen angepaßt werden. Nach mehreren Kontaktaufnahmen und Berechnungen mit Hilfe unseres bewährten Lieferanten konnte den Fachgruppensprechern ein Ausbaukonzept vorgelegt werden, welches nach deren Zustimmung von Herrn Schlotter am gleichen Tag dem Schulamt vorgelegt wurde.
Erfreulicherweise hat unser Antrag für Schulen ans Netz" bei der Auswahlkommission in Bonn zustimmende Anerkennung gewonnen, denn wir erhielten die Nachricht (erhalten September 96), daß wir bereits im August (also einen Monat vorher) mit einer Ausstattung rechnen könnten. Da kommt Freude auf!
Im September gibt es noch andere Sorgen
Da ja solch eine Ausschreibung ihre Zeit braucht (Kollegen mutmaßen sich freuend, daß sie im Herbst mit ganzen Klassen rankönnen; ich bin als eigentlicher Optimist vorausschauend skeptisch und orakle, im 2. Halbjahr legen wir los), habe ich Zeit, mich um die immer noch spielfreudigen Kids zu kümmern, bzw. um deren Spiele, die sie immer geschickter in irgendwelchen dunklen Verzeichnissen verstecken. So reift jetzt der Entschluß - nachdem die Fa. Tandberg signalisiert hat, daß ihr System mittlerweile auch unter Windows 95 läuft - das ganze System auf ein sicheres Netzwerksystem, auf Windows NT, umzurüsten. Denn im Moment brauche ich alles ja nur 8-mal zu machen.
Im Oktober werde ich unruhig
Die Telefonnummer zum Verdingungsamt brauche ich nicht mehr nachzuschlagen, ich erfahre aber beruhigend, daß die Computer noch in diesem Jahr bei uns wären.
Immerhin, die Post - nein, Telekom - schaltet sehr schnell, und legt uns einen ISDN-Anschluß in den Multimediaraum. Wer glaubt, in einem denkmalgeschützten Haus wäre es einfach, Telefonleitungen verfolgen zu können, der irrt gewaltig. Mit Herrn Krämers Unterstützung fanden wir schließlich im Keller vom Nordteil des Hauses den im 1. Stock im Südteil verschwindenden Kabels, um dieses wiederum im Keller im Südtrakt mit dem neuen Anschluß von außen verbinden zu können. Ist doch eigentlich logisch, oder?
Im November nehme ich die Nachricht,
daß die Ausschreibung garantiert noch in diesem Jahr abgeschlossen sein werde, so daß die Computer sofort im neuen Jahr zusammengebaut werden könnten, gefaßt entgegen.
Der für August avisierte Schule ans Netz"-Rechner ist immer noch nicht da. Von zu Hause aus versuche ich, per e-mail mit der Ausschreibungszentrale in Bonn Kontakt aufzunehemen. Ich befürchte nämlich, daß die Telekom für den Anschluß bereits Gebühren erhebt....! Außerdem hat der zuständige Vertriebsleiter der Firma Dell (die für die Schulen die entsprechenden PCs zur Verfügung stellt) leider noch keine Liste, an wen er die Rechner ausliefern soll. Von Bonn höre ich begütigend, wenn dieser Vertriebsleiter nichts weiss, muss das nicht heissen, dass nichts passiert!" Irgendwie kommt mir alles sehr bekannt vor! {Übrigens nehmen e-mail Texte wohl schon die neue Rechtschreibung vorweg?!}
Im Dezember verstehe ich den Begriff Doppelhaushalt besser
Durch die Möglichkeit, den Ausgabebetrag auf das nächste Jahr zu verschieben, kann die Stadt vielleicht ein paar Zinsen mehr einnehmen und andererseits wird ja die Hardware immer billiger, also nehme ich die Nachricht fast mit Begeisterung auf, daß der Ausschreibungsschluß schon am 07.01.97 liegt.
Dank einer großzügigen Elternspende erhielten wir noch 10 IBM 386SX-Geräte, die unsere doch nur mühsam am Funktionieren gehaltenen 286er ersetzen sollen. Doch deren Aufbau hat nur eine geringere Priorität, denn der Halbjahreswechsel naht mit Riesenschritten und die Arbeiten wollen auch korrigiert sein!
Im Januar spitzt sich alles zu
Da leider aus Versehen unsere Fa. SNC durch eine falsche Adresse nicht in den Besitz der Ausschreibungsunterlagen kam, wurde ihr telefonisch mitgeteilt, sie könne ja noch per Fax an der Ausschreibung teilnehmen. In aller Schnelle wurde dies von der Fa. SNC realisiert.
Gleichzeitig wird der Lehrerrechner, der Server, auf Windows NT umkonfiguriert, und immerhin mit Grundkonfiguration auch ins Netz gestellt. Jetzt müssen nur noch die einzelnen Schüler ihre Paßwörter bekommen, die anderen Schülerrechner auf das neue System umgestellt werden und die Kollegen eingewiesen werden.
Im Februar ist alles paletti"
Es ist zwar zur Schreibzeit erst Januar.
Aber nehmen wir doch einmal an,die Rechner wären da.
Der Multimedia-PC wäre gekommen.
Das System wäre von mir korrekt konfiguriert worden.
Alle Programme würden ohne Absturz funktionieren.
Alle Schüler und Lehrer wären zufrieden.
Einen großen Dank an alle Helfer!!!!
Claus DÖll
Genug
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