Nur Flaschen trinken aus Dosen,

so lautete der Slogan an unserem Aktionstag am Freitag, dem 10. Mai 1996. Von Montag bis Donnerstag hatte die Umwelt-AG ( LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen ) nach der 6. Stunde im und um das Schulgebäude den sog. Grünen Punkt - Müll gesammelt. Es füllten sich die Gelben Säcke mit Dosen, Folien und Tetrapack. Wir suchten in den Mülleimern in Klassen und Fluren, aber auch unter den Bänken und fanden eine ganze Menge. Manches konnten wir nur noch vorsichtig entsorgen, der Zahn der Zeit hatte schon so daran genagt, daß der ursprüngliche Zustand nicht mehr zu erkennen war. Der Hausmeister hat es uns möglich gemacht, daß wir in der Sammelwoche die Säcke im Keller stehen lassen konnten.

Am Freitag war es dann soweit: Wir schleppten alles auf den Hof und machten zusätzlich auf uns aufmerksam mit Plakaten, Musik und Informationen zum Thema Müllvermeidung. SchülerInnen der Unterstufe fingen sofort an, mit dem Müll zu arbeiten. Sie legten Fragezeichen aus Dosen und Tetrapack. Das paßte natürlich hervorragend in unser Konzept, denn unsere Müllproduktion ist schon fragwürdig. Die Presse war ebenfalls informiert, und am nächsten Tag erschien ein Artikel mit Bild über unsere Aktion in den Wiesbadener Zeitungen. Aufmerksamkeit hatten wir erreicht, jetzt brauchen wir noch viel mehr Engagement, damit wir zu einer „müllarmen" Schule werden.

Im letzten Jahr gab es auch einen weiteren Konferenzbeschluß zum Thema Müll: In den Klassenräumen wird jetzt nicht mehr nur Altpapier gesammelt, sondern auch der Grüne Punkt Müll. Es sollte also überall je ein Behälter für Altpapier, Grüner Punkt - und Restmüll stehen. Das ist leider noch nicht überall geschehen. Also, da wo es noch fehlt: Ran an den Müll!!!

Was wir LehrerInnen von unseren SchülerInnen erwarten, müssen wir schließlich auch selber tun. Im LehrerInnenzimmer wird jetzt auch getrennt gesammelt.

Einen zusätzlichen Punkt zur Müllvermeidung haben wir noch beigetragen. Seit einigen Monaten gibt es keine Einwegbecher mehr zum Kaffeeautomaten. Inzwischen kochen wir ihn auch selbst.

Wie man sieht, war die Umwelt-AG recht aktiv. Wir wünschen uns für die Zukunft sehr, daß in unserer Schulgemeinde unserer Mitwelt noch viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wir wollen weitermachen und hoffen auf viele Ideen, rege Unterstützung und Mitarbeit. Umweltschutz ist nicht etwas für den Einzelnen, sondern alle sollten ihn zu ihrer Sache machen.

Denn auch hier gilt:

Wenn viele Leute viele kleine Schritte tun, dann können sie das Gesicht der Welt (hier: unser Arbeitsplatz) ändern.

G. Wassenich-Gerlitzki

 

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