Die Chöre unserer Schule

hatten in den Jahren 1995 und 1996 große Ziele und entsprechend viel zu tun. Bei den Feiern und Festen zum 150-jährigen Bestehen der Schule durfte die Chormusik natürlich nicht fehlen. Einem vielfachen Wunsch aus dem Kollegium entsprechend, wurde ein Lehrer- und Lehrerinnenchor gegründet, und da tatsächlich einige gemeinsame Probentermine gefunden werden konnten, ging unter der Leitung von H.-G. Becker am 10. März 1995 ein abendfüllendes Konzertprogramm mit Chorliedern aus Klassik und Romantik über die Bühne. Das Interesse seitens der Eltern und Schüler war groß, der Saal gut gefüllt, und gefallen hat's offenbar auch.

Zum Jubiläumsjahr hatten wir "außerhalb der Reihe" unseren Austausch-Schulchor "Gaudeamus" aus Gent/Belgien eingeladen und auf einen eigenen (turnusgemäß fälligen) Besuch in Gent verzichtet. Das gemeinsame Konzert am 27. Mai 1995 in der Hauptkirche/Biebrich zeigte uns wieder einmal die hohe Chorkunst der belgischen Schülerinnen unter ihrem Leiter Dirk van Doorne. Das zahlreich erschienene Publikum feierte die Gäste mit stürmischem Beifall. Die nächste Chorbegegnung wird voraussichtlich Ende 1997 in Gent zwischen "Gaudeamus" und unserem Jugend- und Kammerchor stattfinden.

Das größte chorische Ereignis im Jubiläumsjahr aber waren zweifellos die Aufführungen von Joseph Haydns "Schöpfung" am 9. und 10. Juni 1995 in der Lutherkirche. Wie schon zur "Carmina burana" 1993 waren Eltern unserer Schule und Mitglieder von Vereinschören aus Wiesbaden und dem Rheingau zum Mitsingen in diesem zweiten Chorprojekt der Gutenbergschule aufgefordert worden. Resonanz und Begeisterung waren groß. Durch eine Bearbeitung der Chorstimmen einiger Werknummern war es auch möglich, daß sogar Kinder- und Jugendchor mitmachen konnten. Schließlich standen wieder über 400 Sängerinnen und Sänger dicht gedrängt auf den eigens für die Aufführungen von Eltern und Freunden der Schule in kunstvoller Maßarbeit für die Chorempore in der Kirche gezimmerten Podesten. Die relativ kurze Vorbereitungszeit von fünf Monaten erlaubte nicht, den ursprünglichen Plan einer szenischen Aufführung des Oratoriums zu verwirklichen. Um dennoch das Projekt ein bißchen in die Nähe des Musiktheaters zu rücken, wurde der Chor zu den Arien und einigen Rezitativen mit illustriender oder die Stimmung kontrastierender Gestik der Arme und des Körpers "in Bewegung" gesetzt. Das Ergebnis dieser sicher gewagten Interpretation eines klassischen Oratoriums fand in der Öffentlichkeit einschließlich der Presse großes Interesse, aber stark gegensätzliche Beurteilungen. Bei allen Beteiligten bestand jedoch die einhellige Meinung, daß auch dieses Chorprojekt den Mitwirkenden großen Spaß gebracht und die Aufführungen zu einem unvergeßlichen Erlebnis hatte werden lassen.

Warum aber wurde das Projekt ein Jahr später noch einmal wiederholt?

Eine eindeutige Antwort wird es vermutlich nie geben. Plötzlich wurde der Wunsch nach einer Wiederholung (wie auch seinerzeit nach der "Carmina burana") seitens vieler Eltern immer lauter. Damals scheiterte der Plan einer Wiederaufnahme daran, daß die Abiturienten - Hauptträger des II. Bildes - längst in alle Winde zerstreut waren. Diesmal aber schien der ursprüngliche Plan, eine szenische Aufführung zu wagen, plötzlich in greifbare Nähe gerückt, als eine Wiesbadener Ballettschule bereit war, Choreographie und Tanzgruppe, - von Schülerinnen unserer Schule verstärkt -, zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen. Die Fülle der begeisterten Antworten auf die Einladung, bei einer Wiederholung des Projekts wieder mitzusingen, war so überzeugend, daß es gewagt und Verträge mit dem Kurhaus und den Solisten geschlossen werden konnten.

Dann aber sagten die Balletgruppe und eine ersatzweise gefundene zweite nach anfänglich festen Zusagen im Lauf der ersten Monate des Jahres ab. Als schließlich als Alternative die Ausdruckstanz-Gruppen um Katja Ermann Rajski (Stuttgart/Mannheim) und Fe Reichelt (Frankfurt) gefunden wurden, die trotz der verbleibenden knappen Zeit, die noch für Choreographie und Proben blieb, endgültig zusagten, gingen die Vorbereitungen wieder zügig voran. Alle Mühen wurden schließlich mit zwei glanzvollen Aufführungen am 30.9. und 1.10.1996 im Kurhaus belohnt. Waren die Meinungen über die Ergebnisse der getanzeten Interpretation der Musik auch geteilt, so herrschte (auch in der Presse) einhellige Meinung darüber, daß der "Schöpfungschor" eine gewaltige, nahezu professionelle Leistung vollbracht hatte.

Unabhängig von diesen musikalischen und organisatorischen "Großereignissen" fanden , wie üblich, die traditionellen Chorlonzerte statt. Ein besoderer Leckerbissen für Beteiligte und Zuhörer war das Weihnachtskonzert 1995 mit der Aufführung der "Misa Criolla" von Ariel Ramirez. Dank der Zusammenarbeit mit der Oekumenischen Kantorei Bischofsheim und einem Südamerika-Verein aus Frankfurt konnten bolivianische Solisten und Musiker verpflichtet werden, die für die Aufführung das nötige authentische Flair mitbrachten.

Die Besetzung der Schul-Chöre Ende des 1. Halbjahres 1996/97 (Anzahl der Chormitglieder in Klammern):

Kinderchor ( 55 Mitglieder = niedrigste Zahl seit 18 Jahren)

Klasse 5a (12); 5b (3); 5c (2); 5d (11); 5e (2)

Klasse 6a (4); 6b (11); 6c (5), 6e (5)

Jugendchor ( 44 Mitglieder)

Klasse 7a (10); 7b (11); 7c (13); 7d (1); 7e (3);

Klasse 8b (1); 8d (1); 8e (3); 9c (1)

Kammerchor (48 Mitglieder)

Klassen 7 (2); 8 (3); 9 (18); 10 (6); 11 (3); 12 (8); 13 (8)

 

(Gerd Rixmann)

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